Gleiche Strickjacke: Die Jungen links im Bild sind die Brüder Schürmann, die sich wiedererkannt haben. Auch ein anderer Leser meint, er könnte der Junge mit Rad sein. - © Hans Wagner (Kommunalarchiv)
Gleiche Strickjacke: Die Jungen links im Bild sind die Brüder Schürmann, die sich wiedererkannt haben. Auch ein anderer Leser meint, er könnte der Junge mit Rad sein. | © Hans Wagner (Kommunalarchiv)

Mittwochrätsel Auflösung: Auf dem Amselplatz trafen sich die Kinder zum Spielen

Drei Brüder haben sich auf dem Foto aus dem Jahr 1960 wiedererkannt

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Das Foto vom vergangenen Mittwoch zeigte den Amselplatz. Das hatten wir so noch nicht im Mittwochrätsel: Die drei Kinder, die damals ganz versunken für den Fotografen Hans Wagner posieren und größeren Jungen beim Angeln zusehen, haben sich gemeldet und ein aktuelles Foto von sich als erwachsene Männer geschickt. Gerald Schürmann schreibt: "Alle Vöglein sind schon da am Eulenbrunnen am Amselplatz. Von dem Bild existierte auch eine Ansichtskarte. Angeln, wie auf dem Foto, oder auch Schiffchen fahren lassen war bei uns damals sehr beliebt. Die auf dem Bild zu sehenden Brüder in gleichen Jacken sind meine Brüder und ich. Ganz links Harald Schürmann, 2. v.l. Guido Schürmann, 3. v.l Gerald Schürmann. Bis zur Volljährigkeit wohnten wir am Amselplatz. Anbei ein Foto vom August 2016 von links nach rechts: Gerald, Harald, Guido. Es ist schön, mal wieder diese alte Aufnahme zu sehen." Bei Wulff gab's eine Scheibe Fleischwurst Linda Schürmann ergänzt: "Der Junge auf dem Fahrrad ist mein Papa. Ein tolles Foto. Meine Großeltern haben dort 50 Jahre gewohnt und ich habe da - wie schon mein Papa - gerne gespielt und bei Dino Pizza und Eis gegessen." Elke Schuschel berichtet: "Mein Mann hat früher in der Lerchenstraße gewohnt und an dem Teich mit den Eulen-Skulpturen gespielt." Dirk Albrecht meint: "Es gibt so Tage, da wird man schon mal angenehm überrascht. Ich denke, ich hätte von selbst kaum mehr an dieses Bild gedacht. Es handelt sich um den Amselplatz. Zwei EMR-Buslinien fanden hier ihre Endstation. Die eine kam aus der Diesel-, die andere aus der Schmiedestraße. Beide aus der Gegend um den Westring. Aus der Schmiedestraße kam die Linie 37, die andere fällt mir nicht mehr ein. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher aber ich denke, es gab dort früher ein paar Goldfische im Eulenteich. Auf der Rasenfläche haben wir oft gebolzt. Direkt am Amselplatz gab es noch einen Friseursalon (Möhring), einen Edeka-Laden (Kujat), eine Gaststätte (Amselquelle) und ein Fleischerfachgeschäft (Wulff). Frau Liese hatte immer eine Scheibe Fleischwurst für uns (vergisst man nie). In der Pflanzreihe im Hintergrund standen ein paar 'wilde Apfelbäume', wie wir es nannten. Die Früchte sahen so aus wie ihre größeren Brüder und waren sehr lecker. Ich bin übrigens auch auf dem Bild. Na ja, lang ist es her. Aber ich denke, Sie kennen das, wenn man alte Fotos betrachtet, fallen einem nach und nach immer mehr Geschichten und Situationen ein, die sonst wahrscheinlich kaum mehr hervor gekommen wären." Bernd Möhring schreibt: "Das Foto dürfte aus den 1960er Jahren sein. Das rechte Geschäft ist das Friseurgeschäft von damals Horst Möhring, links die Schlachterei von damals Joachim Wulff. Der Springbrunnen mit den Eulen wurde auch des öfteren von den Kindern mit Waschpulver bestreut, um eine weiße Schaumkrone zu erzeugen. Ein Bild der Eulen war zu der Zeit auch an der Front des Hauses Amselplatz 3a aufgemalt." Joachim Mroß: "Heute stehen dort große, hohe Bäume um den Platz. Die abgebildete freie Sicht ist nicht mehr vorhanden. Der Teich und die Eulen-Skulptur sind aber noch da. Jürgen Höcker erinnert sich: "Ich wohnte damals in der Lerchenstraße aus deren Richtung die Aufnahme entstand, und es könnte gut sein, dass ich selbst (auf dem Fahrrad sitzend) auf diesem Foto abgebildet bin." Werner Storkmann meint: "Man beachte die schönen VW Käfer und besonders den zweifarbige Ford M12." Detlev Piekenbrock schreibt: "Diese niedliche Skulptur habe ich oft passiert, denn Andreas Perz, mein treuer Bürovorsteher, der 33 Jahre meine Kanzlei geführt hat, wohnte dort oben, so dass ich öfters mal zu ihm fahren musste. Aber heute natürlich der NW die herzlichsten Glückwünsche zum dritten Geburtstag des Mittwoch-Bilderrätsels, das am 5. März 2014 erstmals erschien, damals mit dem Wulferthaus auf dem Neuen Markt, lange Jahre der Laden für die Herforder Gourmets. Damals haben wir spekuliert, wie lange sich dieses Rätsel, das uns jede Woche eine Riesenspaß macht, wohl halten würde? An drei Jahre und wohl noch mehr hat niemand gedacht." Rita Frentrup weiß: "Die Bewohner der Mietshäuser sind mal bei dem Wettbewerb 'Schönster Garten' in der Kategorie 'Schönster Balkon' ausgezeichnet worden. Meine Freundin Gisela ist dort aufgewachsen und sie fand es immer schön, dass dort so viele Kinder zum Spielen waren. Von unserer VHS-Schreibwerkstatt findet im Sommer immer ein Treffen der Frauen in der Eisdiele dort statt." Ariane Hagebäumer erinnert sich: "Dort haben meine ältere Schwester und ich unsere Kindheit verbracht und verbinden viele kleine Erinnerungen mit dem kleinen Teich. Er hieß bei uns Kindern immer Eulengrund. Offiziell ist er aber wohl 'Amselquell'. Damals gab es auch eine Gaststätte mit diesem Namen an dem Platz und auf der anderen Seite Gino's Eiscafé und Friseur Möring. Nach der Schule war in den 1970er Jahren am Eulengrund unser Treffpunkt. Da sämtliche Balkone dorthin ausgerichtet waren, sah man gleich, wer nachmittags schon da war. Auf dem Rasen haben wir Ballspiele gespielt oder in den kleinen Büschen Buden gebaut und sind durch den trockenen 'Teich' Rollschuh gefahren. Es war eine sehr schöne Zeit. Allerdings kenne ich den kleinen Teich nur ohne Wasser. Es würde mich einmal interessieren, in welchem Jahr er trockengelegt wurde." Jochen Hartig weiß: "Diese Siedlung ist zur etwa gleichen Zeit von der Wohnbau Herford als Sozialwohnungsbereich gebaut worden ist, wie die an der Kastanienallee und Bauvereinstraße (60er Jahre). Letztlich sind Wohnblocks ertüchtigt, einige aber auch abgerissen worden." Klaus-Dieter Stork weiß: "Früher waren dort mal Obdachlosen-Baracken. Diese wurden Ende der 50er Jahre abgebrochen und durch moderne Siedlungsgebäude der Wohnbau ersetzt."

realisiert durch evolver group