Sicher: DTS-Geschäftsführer Kai Mallmann im Herforder Rechenzentrum, das nur mit besonderer Zugangsberechtigung zu errreichen ist. Dort werden Daten von etlichen hundert Unternehmen ausgewertet. - © Peter Steinert
Sicher: DTS-Geschäftsführer Kai Mallmann im Herforder Rechenzentrum, das nur mit besonderer Zugangsberechtigung zu errreichen ist. Dort werden Daten von etlichen hundert Unternehmen ausgewertet. | © Peter Steinert

Herford Herforder Unternehmen DTS Systeme bietet IT-Sicherheit für Firmen weltweit

Herforder Unternehmen steigert Umsatz auf knapp 45 Millionen Euro

Herford. Die Gegensätze könnten nicht größer sein. Obwohl die weite Welt das Betätigungsfeld von DTS Systeme GmbH ist, bleibt dessen Geschäftsführer Kai Mallmann bescheiden: „Wir sind ein klassisches, ostwestfälisches und bodenständiges Herforder Unternehmen." Das sorgt sich um die Sicherheit in den Untiefen des Internets und ist damit auf steilem Wachstumskurs. „Bei den Mails haben wir die meisten Attacken. Dabei unterscheiden sich die Angriffsszenarien zunehmend", sagt Mallmann. Als Beispiel nennt er Attacken, bei denen sich die Unbekannten in ein Firmensystem einschleichen, dieses lahm legen und erst wieder frei schalten, wenn ein Lösegeld geflossen sei. „Es gibt immer mehr Unternehmen, die liefern ,Just in Time’. Für die hat ein daraus bedingter Produktionsausfall gravierende Folgen", erklärt der 44-Jährige. Während Erpresser auffallen wollen, handeln Datendiebe mit ihren E-Mails im Verborgenen. „Das kann entweder eine fingierte Anweisung an die Sekretärin oder den Buchhalter sein, das kann aber auch die Onlinebewerbung sein, in der ein Link geöffnet werden soll", sagt Kai Mallmann. Drei Schritte sind es, mit denen DTS seinen gewerbetreibenden Kunden zur Seite steht. „Wir prüfen, wo die Firma angreifbar ist. Wir bauen Barrieren auf, bei denen ein Zahlencode ein erster Filter ist und biometrische Daten ein zweiter Filter sind. Wir protokollieren jeden Klick", sagt Mallmann, dessen Technik „das Böse an sich" aufspüren soll. Mallmann: „Wir erkennen die Grundstruktur." Derzeit sieht er sich und sein Unternehmen vor großen Herausforderungen in der Wirtschaftskriminalität: „Es geht uns darum, dass Forschung und Entwicklung sicher sind." Dafür sind die Experten von der Schrewestraße im Drei-Schicht-Betrieb im Einsatz. „DTS schläft nie", lacht Kai Mallmann, der an neun Standorten 160 Mitarbeiter beschäftigt und diese Zahl in naher Zukunft auf 200 erhöhen möchte. Auf feste Vorgaben oder gute Schulnoten zur Einstellung verzichtet Mallmann: „Das IT-Gen ist die Voraussetzung." Mit den drei Einheiten Systemhaus, Rechenzentren und Security ist die DTS Systeme GmbH am Markt vertreten. Das 1983 gegründete Unternehmen erreichte 2014 einen Umsatz von 30 Millionen Euro. Der stieg im vergangenen Jahr auf knapp 45 Millionen Euro. Dafür sorgte vor allem der Bereich IT-Sicherheit. Geschäftsführer Kai Mallmann: „Unsere drei eigenen Rechenzentren in Herford, Hamburg und Münster sind unser solides Rückgrat. Dadurch wachsen wir überproportional am Markt." Allein an den Standorten Münster und Herford werden derzeit etwa 700 Mittelständler betreut. Bei denen sind in Sachen IT-Sicherheit deutsche Lösungen gefragt. „Deswegen stehen unsere Rechenzentren auch nicht in Amerika. Unsere Daten verlassen niemals das deutsche Hoheitsgebiet", sagt der DTS-Geschäftsführer. Wozu die Herforder zu leisten im Stande sind, können sie bei der Computermesse CeBIT zeigen, die vom 20. bis 24. März in Hannover stattfindet. Dort ist DTS zum vierten Mal und mit einem 110 Quadratmeter großen Stand präsent. In Zeiten zunehmender Internet-Attacken wird ein Bild mit rauer See zu sehen sein. Mit DTS als Leuchtturm in der Mitte. Dass dieser Stand zweistöckig ist, könnte als Zeichen des Wachstums verstanden werden.

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