So ähnlich könnte es eines Tages aussehen: Wir haben eine Häuserzeile aus einem alten Foto der Tribenstraße per Computer ins Paderborner Dorf des Freilichtmuseums versetzt. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp / Kommunalarchiv
So ähnlich könnte es eines Tages aussehen: Wir haben eine Häuserzeile aus einem alten Foto der Tribenstraße per Computer ins Paderborner Dorf des Freilichtmuseums versetzt. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp / Kommunalarchiv

Herford Aufbau der Buden im Freilichtmuseum Detmold verschoben

Die Balken der Fachwerkhäuser aus der Herforder Tribenstraße bleiben noch im Depot. Zuerst wird nun der Siegerländer/Wittgensteiner Weiler errichtet

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. In diesem Frühjahr hätten 1978 an der Tribenstraße abgetragene Fachwerkhäuser am Rand des Paderborner Dorfes im LWL-Freilichtmuseum Detmold wieder aufgebaut werden sollen. So hatte der Herforder Kommunalpolitiker Stephen Paul den Leiter des Museums, Prof. Dr. Jan Carstensen verstanden und es die NW-Leser als Teil einer Zuschrift im Mittwochrätsel im vergangenen August wissen lassen. Paul hatte als Mitglied der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe nachgefragt, nachdem die Neue Westfälische im vergangenen März berichtet hatte, dass die Sortierung und Restaurierung der alten Balken im Bauhof des Museums im Zuge eines Ausbildungsprojektes begonnen hat. Doch aus mehreren Gründen wurde das Projekt, für das es sogar schon eine dreidimensionale Animation gibt, aufgeschoben. Das erfuhr die NW auf Anfrage beim Chef der Bauabteilung, Dr. Hubertus Michels. Und das hörte nun auch Stephen Paul vom Leiter des Museums. Die Gruppe aus acht holzerfahrenen Kollegiaten des Felix-Fechenbach-Berufskollegs vom vergangenen Jahr, die sich zu Technikern der Baudenkmalpflege ausbilden lassen, erwies sich als zu klein, um das Pensum zu bewältigen – auch, weil sie sich noch mit anderen Aufgaben beschäftigen mussten. „Wir haben die Bauteile wieder eingelagert", bedauert Michels. Außerdem, so erfuhr Stephen Paul, wurden vom LWL in Münster Mittel für ein anderes, größeres Projekt freigegeben – den Wiederaufbau des Siegerländer/Wittgensteiner Weilers. Es handelt sich um eine Hofsiedlung, die hinter dem Paderborner Dorf zwischen der kleinen Kapelle und einer im vorvergangenen Jahr „eröffneten" Tankstelle aus den 50er Jahren an einem Hang errichtet werden soll. Die eigenen Kräfte des Museums sind hier auf einige Zeit gebunden. Dennoch, so Paul, sei Carstensen optimistisch, die Häuser („echte Schätze") in einigen Jahren aufbauen zu können. In der Zwischenzeit sollen Zeitzeugen, die noch selbst in der Tribenstraße oder in der Nachbarschaft gewohnt haben, befragt werden, im ihre Erinnerungen in einigen Jahren in die Innengestaltung der Häuser einfließen zu lassen. Der Herforder Denkmalschützer Siegmund Tober hatte seinerzeit dafür gesorgt, dass 500 Eichenholzbalken gesichert, nummeriert und eingelagert wurden. Sie kamen ins Lager nach Detmold, da im Museum diese Art Arme-Leute-Häuser noch fehlten.

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