Alle im selben Boot: Noch ist das Wikingerschiff nur aus Sandsäcken geformt. Im Sommer wollen die Boxer des BSV, Mitglieder des Nordstadtdrachenvereins, des Seesportclubs und Gäste mit dem Wikingerboot "Skua" bis zur Nordsee rudern. - © Ralf Bittner
Alle im selben Boot: Noch ist das Wikingerschiff nur aus Sandsäcken geformt. Im Sommer wollen die Boxer des BSV, Mitglieder des Nordstadtdrachenvereins, des Seesportclubs und Gäste mit dem Wikingerboot "Skua" bis zur Nordsee rudern. | © Ralf Bittner

Herford Mit dem Wikingerboot von Herford bis Bremerhaven

Abenteuerlicher Sommertörn: Drei Vereine wollen mit dem Wikingerboot „Skua“ bis Bremerhaven rudern und unterwegs Menschen treffen

Ralf Bittner

Herford. "Die einzelnen Etappen werden eine Herausforderung", sagt Markus Wacker vom Seesportclub Marine-Jugend Herford. Er ist für den seemännischen Teil des neuen gemeinsamen Projektes von Nordstadtdrachenverein, Seesportclub und Boxsportverein Herford verantwortlich. "Von hier bis ans Meer" heißt es, und es geht um einen Törn mit dem Wikingerschiff "Skua" von Borlefzen bis Bremerhaven. Im vergangenen Jahr hatten Nordstadtdrachen und Seesportclub einen ähnlichen Törn auf der Weser unternommen. Damals waren die Etappen bis auf eine Ausnahme unter 30 Kilometer lang. In diesem Sommer sind alle Etappen um die 60 Kilometer, die letzte sogar 95 Kilometer lang. "Es geht um das Erlebnis und die Erfahrung von Gemeinschaft sowie die Bereitschaft, sich auf andere Menschen einzulassen", sagt Martin Joseph vom Nordstadtdrachenverein. Deshalb sind in Stolzenau, Nienburg, Verden, Bremen und Bremerhaven mehrtägige Aufenthalte eingeplant, an denen es Begegnungen mit Sportvereinen und Kulturschaffenden aus den jeweiligen Orten geben soll. Neben dem Ziel Bremerhaven soll der Törn kulturelle Vielfalt erlebbar machen, Zusammenhalt und Integration fördern. "Das geschieht am besten durch das gemeinsame Tun", sagt Stamatios Mavroudis von der Integrationsagentur des Diakonischen Werkes, die das Projekt unterstützt. Es gehe darum, erlebbar zu machen, dass Menschen trotz kultureller Unterschiede gemeinsam etwas erreichen können, und das als Bereicherung erfahrbar zu machen. Der Satz "Wir sitzen alle im selben Boot", so der Untertitel des Projektes, bringe dieses Ziel trefflich auf den Punkt. Um das gemeinsame Tun geht es neben dem Sport auch beim BSV. "Bei uns trainieren Männer und Frauen gemeinsam, und es werden mindestens acht verschiedene Muttersprachen gesprochen", sagt Georg "Jollo" Kroner, Trainer beim BSV: "Im Training wird selbstverständlich Deutsch gesprochen." "Jollo und ich kennen uns schon seit Jahren als er noch als Hausmeister in der Kita Bornbrede arbeitete", sagt Joseph: "Allerdings ist mir erst jetzt klar geworden, welche integrative Leistung in dem Verein neben der Organisation des Trainings erbracht wird." Etwa 25 Plätze für den Törn sind für Mitglieder aus dem BSV reserviert. Einige weitere Plätze sind offen für sportbegeisterte Menschen, die sich auf das ungewöhnliche Abenteuer einlassen wollen, mit dem originalgetreuen Nachbau eines Wikingerbootes bis an die Nordsee zu fahren. Begleitet wird die "Skua" von Kuttern des Seesportclubs und einer Motorjacht, um auch auf Unvorhergesehenes reagieren zu können. Im BSV übersteigt die Zahl der Interessenten die Zahl der verfügbaren Plätze. "Unsere Leute müssen sich durch Trainingsfleiß qualifizieren", sagt Kroner, auch die Erfahrung, dass es nichts geschenkt gibt, ist eine Erfahrung, die die Jugendlichen machen müssen."

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