ARCHIV: Ein Einsatzfahrzeug der Polizei. - © dpa
ARCHIV: Ein Einsatzfahrzeug der Polizei. | © dpa

Bünde Randalierer beleidigen Polizisten auf Türkisch

Womit sie nicht gerechnet haben - ein Beamter, der türkisch spricht

Bünde. Erst hatten sie kein Glück und dann kam für vier mutmaßliche Randalierer in Bünde am vergangenen Wochenende auch noch eine gehörige Portion Pech dazu: Die Männer aus dem lippischen Bad Salzuflen hatten an der Kreuzung Heidkamp-, Ecke Marktstraße in der Nacht zum Sonntag gegen 3.10 Uhr zunächst nur einen Einsatz wegen einfacher Ruhestörung ausgelöst. Dabei wäre es vielleicht auch geblieben. Als jedoch die Polizei kam und die Situation klären wollte, verhielt sich das Quartett im Alter von 20 bis 27 Jahren so unkooperativ, dass die Beamten noch einen zweiten Streifenwagen anforderten, um mit den als aggressiv eingestuften Männern fertig zu werden. Die Vier machten ihrem Ärger wegen des Polizeieinsatzes mit derbsten Worten Luft - und zwar nicht auf Deutsch, sondern auf Türkisch; jeweils quittiert mit einem zustimmenden Gelächter der anderen und in dem Glauben, sprachlich unangreifbar zu sein. Überliefert im Polizeibericht sind aber folgende Worte aus dem Türkischen: "Diese Hurensöhne sollen mich in Ruhe lassen, ich f(...) die gleich alle", erklärte etwa der Fahrer des Wagens, der sich los riss, um eine Identitätsfeststellung zu verhindern. Auch seine Mitstreiter hatten eine starke Beziehung zum F-Wort. Ein weiterer Beteiligter erklärte: "Ich f (...) die alle, was denken die Bastarde, wer sie sind." Von einem Dritten sind die Worte: "Ich f (...) die Polizei, wer sind die Hurensöhne schon?" Bis dato hatten sich die Männer offenbar sehr sicher gefühlt und dachten, es den Beamten gezeigt zu haben. Dieses Gefühl änderte sich wohl schlagartig, als einer der Beamten dem Quartett erklärte, dass er Türkisch spricht und alle Beleidigungen mitbekommen und verstanden hat. Auf Türkisch und auf Deutsch erklärte der Beamte den verdutzten jungen Männern, dass nun unter anderem auch wegen Beleidigung ermittelt werde. Das dürfte nicht billig werden: Je nach Art der Beleidigung schwanken die Geldstrafen zwischen rund 500 und 4.000 Euro.

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