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Erster Eindruck vom Herforder Bildungscampus - © Schlattmeier Architekten
Erster Eindruck vom Herforder Bildungscampus | © Schlattmeier Architekten

Herford Herforder Kaserne wird Standort für neue Fachhochschule

Bildungscampus Herford: Im September 2017 soll der Studienbetrieb losgehen. Finanzminister gibt Standortzusage zur Ansiedlung einer Nebenstelle der Fachhochschule für Finanzen des Landes NRW

Thomas Hagen
15.12.2016 | Stand 16.12.2016, 11:16 Uhr

Herford. Paukenschlag noch vor Weihnachten: Schneller als erwartet kann der von Rat und Verwaltung angestrebte Bildungscampus auf dem Gelände der Wentworth-Kaserne Realität werden. Im kommenden Jahr sollen 150 Studierende auf dem Stiftberg unterrichtet werden, im Jahr darauf sollen es bereits 400 sein. „Die Stadt Herford erhält die Standortzusage zur Ansiedlung einer Nebenstelle der Fachhochschule für Finanzen des Landes NRW". Diese Nachricht übermittelte gestern der heimische Landtagsabgeordnete Christian Dahm (SPD) in einer Pressemitteilung. Sicherlich war Bürgermeister Tim Kähler vorinformiert, doch er zeigte sich nicht minder erfreut: „Ein schönes Weihnachtsgeschenk, eine tolle Entscheidung. Wir müssen uns bei Christian Dahm bedanken, er hat sich sehr für den Standort eingesetzt." Natürlich sei das jetzt eine „Supergelegenheit", den Bildungscampus zu entwickeln. „Aber wir sind noch nicht am Ziel, müssen noch mit der notwendigen Genauigkeit alle Fragezeichen wegräumen. Dabei geht es speziell auch um die finanzielle Belastung", sagte Kähler auf Anfrage der NW. Wolfgang Rußkamp, Fraktionschef der CDU, war ebenfalls erfreut: „Wir begrüßen das sehr, auch weil eine öffentliche Einrichtung an der Entwicklung des Bildungscampus’ beteiligt ist. Wir hoffen aber auch, dass es von langer Dauer ist." Horst Heining, Fraktionsvorsitzender der SPD, erfuhr die Neuigkeit ebenso wie alle anderen Politiker von der NW. Er sagte: „Eine Supersache, schließlich ist es eine renommierte Hochschule. Ich empfinde diese Entscheidung als eine Wertschätzung für die Stadt Herford. Ich hoffe, dass das nun die Initialzündung fürs Quartier Stiftberg ist." Nun müssten die Eigentumsverhältnisse schnellstens geklärt werden. „Konkrete Summen bei den Kaufverhandlungen mit der BIMA werden bereits gehandelt." Angela Schmalhorst, Sprecherin der Grünen: „Eine Realisierung würde bedeuten, dass ein Traum in Erfüllung ginge. Wir müssen nun erst die Einzelheiten betrachten, bevor wir das bewerten können." Alle Beteiligten erwarten in der Sitzung der Stadtentwicklungsgesellschaft am 20. Dezember weitere Details. Finanzhochschule: Wissensvermittlung im Internatbetrieb Auf Norbert Landshut, den Konversionsbeauftragten und Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, kommt in den kommenden Wochen viel Arbeit zu. Im Gespräch mit der NW skizziert Landshut das mögliche Vorgehen. „Wir werden im Offizierskasino eine Mensa einrichten, im ersten Stock können wir Studentenzimmer bereitstellen. Weitere können an der Ulmenstraße eingerichtet werden, wenn wir die jetzt dort lebenden Flüchtlinge umquartiert haben." Der Studienbetrieb wird von Montag bis Freitag laufen. Der Unterricht für die Nachwuchskräfte der Finanzbehörden soll in den ersten beiden Gebäuden der Kaserne stattfinden. „Wir werden die notwendigen Ein- und Umbauten so takten, dass es bis zum Semesterbeginn im September geschafft ist", sagt Landshut. Aufgebaut werden soll auf die vorhandene bauliche Situation. Die Stadtentwicklungsgesellschaft wird die komplette Projektsteuerung für die Herrichtung der Flächen und die Ausarbeitung des Vertragsverhältnisses übernehmen. „Wir sind in unseren Überlegungen schon sehr weit. Vor allem aber freuen wir uns darüber, dass Herford den Zuschlag erhalten hat, denn es gab noch weitere Bewerber um den Standort." Für die Stadt sei der Bildungscampus eine Riesenchance, den Campus in die richtige Richtung zu lenken. „Die Finanzwirtschaft ist ein Zweig, der das Angebot gut ergänzt. Trotzdem müssen wir natürlich am angestrebten Sechs-Säulen-Modell weiterarbeiten", sagt Landshut. Christian Dahm fügt hinzu: „Das ist nun der zweite Meilenstein, nachdem Medizinstudenten am Klinikum ihre Ausbildung begonnen hätten."

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