Könnte Platz für Autos und/oder Klärschlamm bieten: Die Stadt will den ehemaligen Briten-Sportplatz an der Werrestraße kaufen. ARCHIVFOTO: KIEL-STEINKAMP - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Könnte Platz für Autos und/oder Klärschlamm bieten: Die Stadt will den ehemaligen Briten-Sportplatz an der Werrestraße kaufen. ARCHIVFOTO: KIEL-STEINKAMP | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Sportplatz Werrestraße könnte Klärschlammlager werden

Die Stadt will ihr Vorkaufsrecht nutzen. Gärtnerei Kötter möchte Fläche für Parkplätze verwenden. Doch auch die städtische Abwasser GmbH hat Bedarf angemeldet

Herford. Die Familie Kötter, die an der Bodelschwinghstraße ein Gartencenter betreibt, zeigt erneut Interesse an dem Sportplatz Werrestraße. Mittels einer Ratsanfrage erkundigten sich Hartmut Kötter und Sohn Arndt danach, welche Pläne die Stadt mit der ehemaligen Sportstätte der britischen Streitkräfte habe. Mit dem Rückzug der britischen Soldaten aus Herford ist auch deren Sportplatz freigeworden. Die 30.000 Quadratmeter große Fläche gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die Stadt Herford hat ein Vorkaufsrecht, das sie laut dem Beigeordneten Peter Böhm inzwischen angenommen hat. Bereits in der Vergangenheit wurde in diversen politischen Gremien über eine mögliche Nutzung des Sportplatzes diskutiert. Dabei wurde klar, Sport wird auf dem Gelände an der Werrestraße nicht mehr ausgeübt werden, die Stadt hat genügend Plätze (die NW berichtete mehrmals). Stattdessen könnte zumindest auf einem Teil der Fläche Gewerbe angesiedelt werden. Den Inhabern des Gewächshauses Kötter käme dies sehr entgegen. 2014 hieß es, dem Blumen- und Gartenfachgeschäft fehlten Parkplätze und eine zusätzliche Lagerfläche. Welche Motive die Familie Kötter bewegt haben, zwei Jahre später erneut nach dem Sportplatz zu fragen, geht aus ihrer Anfrage nicht hervor. Im Gespräch ist aber erneut eine Parkplatzerweiterung. Hartmut Kötter sagte auf Anfrage der NW, zu genauen Plänen wolle er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Peter Böhm erklärte in der Ratssitzung vergangene Woche, dass die Kaufverhandlungen der Bima mit der Stadt Herford auf Grund von parallel laufenden Verhandlungen mit einem heimischen Unternehmen zunächst nicht weiter betrieben worden waren. Eine Firma aus der Nachbarschaft hatte überlegt, sich zu vergrößern, für diese Pläne jetzt aber ein alternatives Grundstück gefunden. „Inzwischen wurde der Bedarf der Fläche durch die Herforder Abwasser GmbH angemeldet, so dass derzeit die direkten Verhandlungen mit der Bima wieder aufgenommen wurden", so Böhm. Zum konkreten Stand der Verhandlungen und dem weiteren Ablauf sagte Böhm, dass die Bima im ersten Quartal 2017 eine genaue Bewertung der Liegenschaft und einen Kaufpreisaufruf vorgesehen habe. Danach würden die Verhandlungen über den Kauf des Grundstückes fortgeführt. Im Sommer 2017 würde dann genauer über mögliche Nutzungen des Sportplatzes nachgedacht. „Die Stadt ist grundsätzlich offen für den Wunsch des Unternehmens Kötters Gewächshaus nach einer Parkplatzerweiterung", sagte Böhm. Dafür müsste die Familie Kötter aber noch konkretisieren, was für eine Fläche sie benötige und um welche Zahl an Stellplätzen das Unternehmen seinen Parkplatz erweitern wolle. Auch der städtische Bedarf müsse noch genauer festgestellt werden. Die Abwasser GmbH wolle den Sportplatz als Vorratsfläche reservieren. Böhm zufolge sei es gut möglich, dass in den nächsten Jahren Flächen für die Trocknung von Klärschlamm benötigt werden. Außerdem sei noch nicht sicher, ob der Ausbau der vierten Stufe der Kläranlage auf dem eigentlichen Gelände vom Platz her reiche. Inwieweit ein Teil der 30.000 Quadratmeter trotzdem für Gewerbe genutzt werden kann, müsse noch festgestellt werden. Wenn die Stadt erst Besitzer des Sportplatzes ist, könne sie mit den Gartencenter-Betreibern darüber verhandeln, ob diese von der Stadt ein Stück des Grundstücks abkaufen oder pachten.

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