Findet Interesse: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sichtet die Angebote für das Naafi-Gelände der britischen Streitkräfte. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Findet Interesse: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sichtet die Angebote für das Naafi-Gelände der britischen Streitkräfte. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Der Bund sichtet die Gebote fürs Naafi-Gelände

Offenes Bieterverfahren: Bis zum 25. November konnten Interessenten für die Fläche an der Waltgeristraße/Rostocker Straße bieten

Herford. Das frühere Naafi-Gelände der Briten an der Waltgeristraße hat offenbar größeres Interesse gefunden. Bei der Stadt sind dazu eine Reihe von Anfragen eingegangen. Offen ausgeschrieben worden war das Gelände aber von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA). Dabei hatten Bieter auch die Möglichkeit, nur für eine von zwei Teilflächen Gebote abzugeben. Die rund 12.700 Quadratmeter große Liegenschaft wurde bis September 2015 von den britischen Streitkräften genutzt und danach an den Bund zurückgegeben. Sie ist mit einem Bürogebäude von 780 Quadratmetern, einem Geschäfts- und Clubhaus von 1.100 Quadratmetern und dem Naafi-Kaufhaus von 3.700 Quadratmetern Nutzfläche bebaut. Außerdem befinden sich eine Trafostation, ein Unterstand und ein Wachturm auf dem Gelände. Bürogebäude, Geschäfts- und Clubhaus stammen aus dem Jahr 1936, das Gebäude des Naafi-Shops aus dem Jahr 1973. In den 30er- und 40er- Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das Gelände Verpflegungsstandort der Wehrmacht. Die Gebäude sind von der BIMA nicht zwangsläufig zur weiteren Nutzung vorgesehen worden: Die Abbruchkosten beziffert die Bundesanstalt auf rund 500.000 Euro. Auf dem Gelände befinden sich zudem vier Flächen, deren Boden im Verdacht steht, kontaminiert zu sein: Dort haben früher Öltanks gestanden. Der aktuelle Bebauungsplan sieht auf der Fläche eingeschränktes Gewerbe vor. Allerdings handelt es sich um eine Entwicklungsfläche: Der Bau- und Umweltausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die Neuaufstellung des Bebauungsplans für diesen Bereich beschlossen. Geplant ist, im nördlichen Teil eine Wohnbebauung von rund 7.600 Quadratmetern, im südlichen eingeschränktes Gewerbegebiet von 5.100 Quadratmetern Größe. Der Sitzungsunterlage zufolge soll zudem zur Stärkung des Nahversorgungszentrums Mindener Straße auf der Naafi-Fläche ein Geschäft für nahversorgungsrelevante Sortimente von maximal 800 Quadratmetern Größe entstehen. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich bereits ein Lidl, ein Aldi sowie die Bäckerei Hensel. Da sich manche Bieter nur für Wohnbauflächen interessieren, andere nur für Gewerbeflächen, hatte die Bundesimmobilienanstalt getrennte Gebote für die jeweiligen Bereiche sowie für die Gesamtfläche zugelassen. Sie hatte aber ausdrücklich empfohlen, die Erschließung und Nutzungskonzepte mit der Stadt abzusprechen. Ihre Kaufpreisvorstellung für die Gesamtfläche lag bei 870.000 Euro. Die Frist für Gebote endete am 25. November. Aussagen zur Anzahl der Gebote wollte die BIMA Ende vergangener Woche dennoch nicht machen. Sie müssten jetzt erst einmal die Gebote sichten, sagte Felix Nolte, der von Bielefeld aus für die Bundesimmobilien in Ostwestfalen-Lippe zuständig ist. So viel ist aber schon jetzt klar: Den Zuschlag bekommen die Bieter, die dem Bund das meiste Geld einbringen. „Wir können nicht berücksichtigen, was am besten nach Herford passt“, sagte Nolte. Für die Bundesanstalt seien allein die Bundesinteressen entscheidend.

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