Hammersmith-Kaserne - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Hammersmith-Kaserne | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Pläne für die ehemaligen Kasernen am Stiftberg

Für die städtebauliche Entwicklung der beiden ehemaligen britischen Standorte haben Experten jetzt ihre Ergebnisse vorgelegt

Herford. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für die Wentworth- und die Hammersmith-Kaserne sowie das Wohngebiet mit den ehemals britischen Mehr- und Einfamilienhäusern an der Birkenstraße liegt jetzt vor. Es soll in Kürze im Bauausschuss, dann den Herforder Bürgern und schließlich dem Rat vorgestellt werden. Vor allem Anwohner vom Stiftberg hatten bereits bei mehreren Workshops zur Entwicklung der Herforder Kasernen im Jahr 2014 ihre Erwartungen und Wünsche definiert. Wie Rainer M. Müller von der landeseigenen "Hessen Agentur Stadtentwicklungsgesellschaft", die bereits viele ehemalige Militärstandorte untersucht hat, sagt, habe man versucht, viele Wünsche zu berücksichtigen. Stadtplaner Thorsten Becker fügt hinzu, dass die Situation in Herford einfacher sei, denn "das Umfeld um die Kasernen ist sehr attraktiv". 142 Maßnahmen, die in den kommenden Jahren in Angriff genommen werden sollen, umfasst das mit dem Namen ISEK "Konversion Stiftberg" versehene Papier. Angefangen vom Fußwegen über die Entschärfung von gefährlichen Stellen im Straßenverkehr oder die Erfassung möglicher kontaminierter Flächen. Gleichzeitig haben die Experten bereits den geplanten Bildungscampus an der Wentworth-Kaserne mit erfasst. Die Planungsexperten stellen etwa die Frage, ob nicht der alte Pferdestall der Briten am Standort Hammersmith zu Wohnungen umgebaut werden könnte - gelungene Beispiele dafür gebe es etwa in Erlangen. Gleichzeitig warnt Müller davor zu glauben, dass eine Sanierung bestehender Gebäude preiswerter sei als ein Abriss samt Neubau. Experte: Abriss ist nicht teurer als ein Umbau So schlagen die hessischen Planer im Bereich um die Birkenstraße den Abriss der von den Briten genutzten Reihenhäuser und die bauliche Aufwertung der Mehrfamilienhäuser vor. Ob und wann alle im ISEK angedachten Schritte umgesetzt werden, ist noch nicht klar - das ist eine Entscheidung, die im Rat und der Verwaltung fallen muss. Gleichzeitig zeigt ISEK, welche Investitionen auf die Stadt zukommen. Es sind geschätzte 50 Millionen Euro. Etwa 70 Prozent, so der bisherige Stand, würden etwa über Fördermittel aufgefangen. Die erste Entscheidung, die ansteht, ist der Kauf der Wentworth-Kaserne, auf der auch der Bildungscampus entstehen soll - die dafür notwendige Investition wird mit 3,4 Millionen Euro gefördert, 1,6 Millionen müsste Herford zahlen. Der Wentworth-Kauf, erklärt Baudezernent Peter Maria Böhm,"soll 2018 abgeschlossen sein". Die angrenzende Hammersmith-Kaserne sei der Stadt noch nicht angeboten worden, so der Baudezernent weiter. Bürgerinfo Die Herforder Bürger sollen bei einer Veranstaltung am Dienstag, 29. November, im Königin Mathilde Gymnasium über das Konzept informiert werden, so Baudezernent Peter Maria Böhm. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Am 17. November wird dem Bauausschuss der Plan vorgelegt, am 9. Dezember kommt ISEK „Konversion Stiftberg" in den Rat.

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