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Rege: Eyüp Aramaz ist 27 Jahre alt. Er organisiert nach zwei Abenden in Bielefeld und einem Abend in Paderborn die nächste Fuck-up-Night im "Denkwerk" an der Leopoldstraße in Herford. - © Peter Steinert
Rege: Eyüp Aramaz ist 27 Jahre alt. Er organisiert nach zwei Abenden in Bielefeld und einem Abend in Paderborn die nächste Fuck-up-Night im "Denkwerk" an der Leopoldstraße in Herford. | © Peter Steinert

Herford Fuck-up-Night: Gründer berichten von ihren miesesten Erfahrungen

Scheitern als Selbsterfahrung

Peter Steinert
08.11.2016 | Stand 25.11.2016, 15:09 Uhr

Herford. Am 24. November ist es soweit. Die vierte ostwestfälische "Fuck-up-Night" macht Station in Herford. Unternehmensgründer berichten im "Denkwerk" von ihren miesesten und ernüchterndsten Erfahrungen - ihren Fuck-ups. Das Scheitern als Selbsterfahrung ist mittlerweile Kult. Und eine Lehrstunde für Existenzgründer. Warum Herford? Eyüp Aramaz: Herford hat sich durch das Denkwerk zu einem sehr interessanten Gründerstandort entwickelt. Wir haben dort eine Konzentration von etlichen Start-up-Unternehmen und möchten noch einmal einen Impuls setzen für Menschen, die sich für das Thema Start-up und das Thema Scheitern im unternehmerischen Kontext interessieren. Haben Sie für diesen Abend in Herford schon Unternehmerinnen oder Unternehmer gefunden? Aramaz: Wir haben grundsätzlich immer drei erfahrene Gründer oder Unternehmer, die über ihr Scheitern berichten. Zwei sind in OWL ansässig, ein Unternehmer kommt aus Münster. Welche Teilnehmer werden das sein? Aramaz: Einen Unternehmer verrate ich vorab. Der hat mehrere Internet-Unternehmen gegründet und ist damit gescheitert. In Höchstzeiten hatte er 20 Mitarbeiter. Das waren keine kleinen Firmen. Die mussten aufgrund von Marktgegebenheiten oder Trends aufgegeben werden. Jetzt will er etwas Neues aufbauen. Diesmal geht es um die sozialen Medien, für die er Analysen anbieten will. Bin ich als Besucher der Fuck-up-Night eher der Voyeur oder bin ich derjenige, der aus den Fehlern anderer lernt? Aramaz: Sie sind derjenige, der aus Fehlern anderer lernt und lernen soll. Sie werden dort authentisch, offen und direkt mit dem Thema Scheitern konfrontiert. Das hat man sonst nie. Man hört nur vom Erfolg. Deswegen ist das eigentlich ein Tabu-Thema, das aber offen kommuniziert wird. Es geht nicht um Entertainment. Wenn man gescheitert ist, dann ist es bitter. Trotzdem muss man aufstehen und weitermachen. Wo und wie geht es für die Fuck-up-Night weiter? Aramaz: Wir möchten die nächste Veranstaltung groß aufziehen. Es soll die größte Fuck-up-Night in Deutschland werden. Organisiert in Bielefeld, als Wirtschaftszentrum von Ostwestfalen-Lippe. Wir werden mit Sponsoren aus dem Mittelstand eine große Fuck-up-Night für mindestens 500 Personen ausrichten. Derzeit suchen wir nach einer Location. Was kostet der Eintritt bei einer Fuck-up-Night? Aramaz: Das ist eine Non-Profit-Veranstaltung. Der Eintritt ist frei. Dabei geht es um Kontakte, Kontakte, Kontakte.

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