Die Herforder Wentworth-Kaserne. - © Peter Steinert
Die Herforder Wentworth-Kaserne. | © Peter Steinert

Herford Die Politiker sehen eine Reihe von Hürden auf dem Weg zum Bildungscampus

Förderzusage aus Berlin: Dazu gehört, mit dem Bund über den Kaufpreis für die Fläche zu verhandeln, ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln und passende Partner zu finden

Herford. Geteilte Freude herrscht in der Kommunalpolitik über die Förderzusage des Bundesbauministeriums. Es will die Umwandlung des Wentworth-Kasernengeländes in einen Bildungscampus mit 3,4 Millionen fördern. In der Politik geht damit jedoch die Erkenntnis einher, das dies nur ein Anfang ist und die Schwierigkeiten jetzt erst beginnen. "Wir freuen uns, dass uns das gelungen ist", sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Rußkamp gestern. "Wir dürfen uns aber in den Verhandlungen mit der BIMA (Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten) nicht zu irrationalen Entscheidungen hinreißen lassen." Das Geld müsse wirtschaftlich und nachhaltig eingesetzt werden, mahnt er mit Blick auf die Fördermittel in zweistelliger Millionenhöhe an, die in den Bau des Marta geflossen sind. Es gehe darum, Investoren zu finden, die sich auf dem Gelände engagieren wollten und nicht nur auf die Fördermittel schielten. Norbert Landshut, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, hatte gestern das nächste Jahr für die Verhandlungen mit der BIMA anvisiert; der Bildungscampus könne dann ab 2018 Fahrt aufnehmen. 3,4 Millionen Euro seien ein guter Anfang Auch mit Blick auf diesen relativ kurzen Zeitraum sagte Grünen-Sprecherin Angela Schmalhorst: Es sei jetzt erst einmal wichtig, dass die Stadt öffentliche und private Träger finde. "Es ist gut, dass wir die zusätzlichen Mittel für dieses anspruchsvolles Projekt erhalten haben, aber dabei sind noch andere Dinge zu bedenken." Wenn die Fläche mit geschätzten 100 Euro je Quadratmeter erschlossen werde, sei klar, dass 3,4 Millionen Euro ein guter Anfang seien, aber nicht mehr. Wichtig sei, dass sie nun ein gutes Gesamtkonzept entwickelten. Die Fördermittel könnten dann für andere ein Anreiz sein, selbst zu investieren. "Wenn man die Gesamtsumme vor Augen hat, ist die Fördersumme nur ein Beitrag", sagte Schmalhorst, die auch an diverse Gutachten denkt, deren Ergebnisse noch ausstehen, etwa zur Schadstoffbelastung im Boden. "Wir sehen keinen Grund zu weinen", sagt SPD-Fraktionschef Horst Heining gestern lachend. "Das ist ein sehr guter Start für das ganze Projekt." Eine erstes Problem sieht auch er nun darin, sich mit der BIMA auf einen vernünftigen Preis zu einigen. Als nächstes gehe es darum, Partner zu finden. Jedoch: "Das Offizierscasino ist ein Highlight auf dem Gelände, das Kongresszentrum auf dem neuesten Stand der Technik", das habe sich die SPD-Fraktion gerade kürzlich selbst angesehen. Die Linken freuen sich auf das Projekt, sagte Sprecherin Inez Deja. Es biete der Stadt die Möglichkeit, neue Wege zu gehen, und die Chance, den Bürgern neue Bildungsansätze anzubieten. "Wir sind über die Fördermittel sehr erfreut."

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