Herford Die Hexentreppe an der Radewiger Brücke soll neu montiert werden

Susanne Albrechts Kunstwerk ist zum zweiten Mal aus der Verankerung gerissen

Ralf Bittner

Herford. Im Jahr 2002 entwickelte die Künstlerin Susanne Albrecht für die damalige Ausstellung "Leere und Vision" in der Radewig ihre schwebende Installation "Hexentreppe". Erst zwölf Jahre später, im August 2014, wurde sie umgesetzt und an der Radewiger Brücke über der Aa installiert. Jetzt ist sie zum zweiten Mal verschwunden, soll aber erneut installiert werden. Die Hexentreppe ist eine an einem Seil über der Aa hängende Leiter aus Metallelementen, die zwar himmlische Erlösung verheißt, aber ins Nichts führt. Installiert wurde sie in der Nähe des Hexenkolks an der Radewiger Mühle, wo in der Frühen Neuzeit Frauen der Hexenprobe unterzogen wurden. Ertranken die Frauen, waren sie unschuldig, aber tot. Überlebten sie die Wasserprobe, galten sie als Hexen und wurden im Tortur-Turm nahe der heutigen Hertabrücke gefoltert und später außerhalb der Stadtmauern verbrannt. »Frauen hatten keine Chance, sich reinzuwaschen« "Frauen, die der Hexerei verdächtig wurden, hatten also keine Chance, sich von dieser Anschuldigung reinzuwaschen", hatte Susanne Albrecht bei der Einweihung im August vor zwei Jahren gesagt. Nach seiner Installation war das Kunstwerk bereits einmal verschwunden, vermutlich von Treibgut in der Hochwasser führenden Aa mitgerissen worden. Da dieses Exemplar verschwunden blieb, wurde eine zweite Leiter gefertigt und erneut installiert. Auch diese ist seit einigen Wochen nicht mehr zu sehen. "Diesmal wurde sie aber gefunden und am Ufer liegen gelassen, "Sie soll möglichst bald wieder installiert werden", sagt Albrecht. Problem sei die Befestigung an den Häuserwänden Das Problem sei die Befestigung an den Häuserwänden. Die sei so ausgelegt, dass sie bei zu großer Belastung nachgebe ohne die Häuserfassaden, an denen das Seil befestigt ist, zu beschädigen. So soll auch verhindert werden werden, dass Menschen ins Wasser steigen und versuchen, die Leiter zu erklettern. Wann die Hexentreppe erneut an ihrem Platz schweben wird, ist noch unklar. "Hoffentlich bald", sagt Albrecht. Bis dahin erinnert nur die Gedenktafel an das düstere Kapitel der Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert. Mindestens 50 Herforderinnen wurden nachweislich wegen Hexerei angeklagt. Die Dunkelziffer soll deutlich höher liegen.

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