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Durchstarten: Kerstin und Gerhard Hempelmann aus Hiddenhausen sind bestens ausgerüstet für die Tour mit ihrem Riley. Der Oldtimer aus dem Jahr 1936 wird dauerhaft offen gefahren. - © Friderieke Schulz
Durchstarten: Kerstin und Gerhard Hempelmann aus Hiddenhausen sind bestens ausgerüstet für die Tour mit ihrem Riley. Der Oldtimer aus dem Jahr 1936 wird dauerhaft offen gefahren. | © Friderieke Schulz

Herford Rennsport auf historischen Reifen

Linnenbauer-Oldtimer-Rallye: Die Strecke führte die Teilnehmer 
über eine Distanz von 200 Kilometern

Friderieke Schulz
19.04.2016 | Stand 18.04.2016, 23:58 Uhr |

Herford. Bei der 31. ADAC-Linnenbauer-Oldtimerfahrt zählte nicht die technische Ausstattung. Kartengeschick, ein Mindestalter von 25 Jahren für das Auto (nicht für den Fahrer) und vor allem die Liebe zum historischen Untersatz waren Bedingung. Auf dem Hof von Laer in Schwarzenmoor laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Ein Wagen nach dem Anderen mit dem "H" auf dem Kennzeichen, das für historisch steht, befährt den Parkplatz. Ein Wagen ist älter als der andere. Sie alle sind herausgeputzt und glänzen in der Sonne. Am Rande des Parkplatzes steht ein rotes Sportcabrio, daneben steht Gerhard Hempelmann. Voller Stolz schaut er auf sein Riley-Automobil aus dem Jahr 1936. Es ist zwar nicht sein erster Oldtimer, aber ein Stück, nach dem der Hiddenhauser lange gesucht hat. "Ich habe ihn auf der Oldtimermesse in Essen gesehen. Er hat mich angeschaut und ich bin nicht mehr davon weggekommen", sagt Hempelmann. Er habe zugeschlagen, ohne das Auto bewegt zu haben. Bereut hat Hempelmann dies bis heute nicht. "Der Wagen entstammt der Vorkriegsklasse. Die wurde bis 1945 gebaut und war im Rennsport aktiv", sagt der 60-Jährige über sein englisches Gefährt. Der Reiz, an der Oldtimerrallye teilzunehmen, hängt für ihn unmittelbar mit dem Fahrspaß zusammen. "Man soll den Wagen sportlich fahren und da erbringt er auch eine Menge Leistung. Es ist reizvoll ihn zu fahren. Man fährt ihn übrigens bei jeder Witterung offen und selbst wenn das Wasser unten rausläuft lacht man noch", sagt Hempelmann grinsend. Er startet bei der touristischen Tour. Am Wegesrand müssen kleine Aufgaben erfüllt werden, doch das Ziel Hempelmanns und seiner Frau Kerstin ist nicht der Sieg, sondern der Spaß am Fahren - wenn sie dabei eine gute Platzierung erreichen. "70 bis 80 Prozent unseres Erfolges erbringt meine Frau. Von ihr kommen die Befehle und ich setzte sie um. Das Gehirn der Rallye sitzt neben mir", sagt der Hiddenhauser lachend. Dabei sein und "nicht Letzter werden", wollen Florian Tischer und Hendrik Heims. Mit 24 und 25 Jahren bilden die Beiden eines der jüngsten Teams. Seit etwa einem Jahr ist Heims stolzer Besitzer eines Trabbi P601. Es ist sein erster Oldtimer. Und eigentlich kam auch nur ein Trabbi in Frage. "Ich habe früher ein DDR-Moped gefahren und finde Trabbis einfach klasse", sagt der Mindener. Dann muss er sich beeilen. In zwei Minuten geht es los. 200 Kilometer durch Exter, Vlotho, Häver und Bünde führt die Rallyestrecke. Der Ausblick ist gut und auch das Wetter spielt die meiste Zeit mit. "Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland", sagt Fahrtleiter Magnus Korf. An den Kontrollpunkte stempeln die Teams ab, die Chinesenzeichen - so die heißen die Wegweiser der Rallye - sind für alle verständlich. Denn ab 17 Uhr rollt ein Oldtimer nach dem anderen wieder auf den Hof.

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