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Demonstration: Etwa 200 Menschen folgen einem per SMS verbreiteten Aufruf und zeigen Transparente. - © Ralf Bittner
Demonstration: Etwa 200 Menschen folgen einem per SMS verbreiteten Aufruf und zeigen Transparente. | © Ralf Bittner

Herford Demo gegen Gewalt an Frauen und Kindern

Protest am Sonntag: 200 Teilnehmer folgten SMS-Aufruf

Hartmut Braun
25.01.2016 | Stand 25.01.2016, 14:16 Uhr
Ralf Bittner

Herford. Rund 200 Menschen, überwiegend Russland-Deutsche, haben am Sonntag in der Innenstadt gegen "Gewalt an Frauen und Kindern" demonstriert. In dem nicht angemeldeten Protestzug wurden russische Fahnen und ein selbst gemaltes Transparent mitgeführt. "Wir haben Angst um unsere Kinder", sagt eine Demonstrantin, die ihren Namen nicht nennen will. "Frauen müssen Abends ohne Angst auf die Straße gehen können", sagt eine andere. Der Polizei wird Untätigkeit in der Verfolgung von Straftaten vorgeworfen. "Wir haben nichts gegen Flüchtlinge, aber . . .", sagt eine ältere Frau. "Das Gesetz muss für alle gelten", fordert ihr Begleiter. Russlanddeutsche hätten an diesem Tag bundesweit per SMS zu Demos gegen Gewalt aufgerufen, berichtet ein jüngerer Teilnehmer. Vor dem Kanzleramt in Berlin war bereits am Samstag demonstriert worden. Die Wortführer im Herforder Protestzug stellen sich als Deutsche vor, die aus Russland in die Bundesrepublik gekommen sind, hier seit vielen Jahren leben und sich jetzt nicht mehr sicher fühlen. Mehrere Demonstrierende beziehen sich im Gespräch mit unserer Zeitung auf einen angeblichen Vorfall in Berlin, wo zum Jahreswechsel ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt worden sein soll. Eine solche Vergewaltigung hat es allerdings nach Erkenntnissen der dortigen Ermittlungsbehörden nie gegeben. Der Zug der Russlanddeutschen führte durch die Innenstadt und auf dem Bürgersteig der Berliner Straße in Richtung Bahnhof, wo er sich rasch zerstreute. Der Polizei war von der Demo nichts bekannt.

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