Akzente gesetzt: Lampen aus Kupfer, Kissen in Petrolfarbe, Holzkassetten und pfiffige Fotos machen das Zimmer wohnlich. Der Blick ins Bad ist variabel dank Schiebeelementen. - © Architekt
Akzente gesetzt: Lampen aus Kupfer, Kissen in Petrolfarbe, Holzkassetten und pfiffige Fotos machen das Zimmer wohnlich. Der Blick ins Bad ist variabel dank Schiebeelementen. | © Architekt

Herford Schwarzer Anzug für das Hansa-Hotel

Vorzeigeprojekt: Der Berliner Ableger des Designbüros Moysig entwickelt das moderne Architekturkonzept "Black Suite Style" für die mittelständische Hotellerie. Erster Partner ist Henrik Krömker

Herford. Im Februar soll das frühere Modehaus Fetzer an der Brüderstraße abgerissen und durch einen Erweiterungsbau des benachbarten Hansa-Hotels ersetzt werden. Wenn der Neubau zum Jahreswechsel 2016/17 öffnet, wird in den Räumen die Farbpalette zwischen Schwarz, warmem Grau und Weiß dominieren, die Fassade soll ganz in Schwarz gestrichen sein. "Das Hansa-Hotel bekommt einen schwarzen Anzug" - dieser Übersetzungsversuch für das vom Herforder Designbüro Moysig entwickelte innenarchitektonische Konzept "Black Suite Style" geht im Wortsinne daneben: Anzug heißt im Englischen Suit, die Suite ist das Hotelzimmer. Dennoch ist es ein stimmiges Bild für den Wandel, den das Traditionshaus hin zum Design-Hotel durchmachen soll. Hotelier Henrik Krömker, der das Haus in dritter Generation führt, und Architekt Ralf Cziesla aus Löhne, der den Erweiterungsbau geplant hat, nahmen das Angebot von Dirk Moysig gern auf, das Hansa-Hotel zum Vorzeigeobjekt für ein Konzept zu machen, mit dem Hoteliers im deutschsprachigen Raum inhabergeführte Häuser auf die Höhe der Zeit bringen und einen Wiedererkennungseffekt für einen bestimmten Standard in Komfort und Wohnlichkeit bei ihrer Kundschaft erzielen können. Moysig plant dafür ein gemeinsames Marketing. »Es kann gar nicht schlicht genug sein« Die Moysig Retail Design GmbH gestaltet Ladengeschäfte für Weltmarken wie Puma, Bugatti und machte erst kürzlich Schlagzeilen mit der Einrichtung der Bayern-München-Fanshops. Dirk Moysig sieht im Hotelgewerbe eine Erweiterung seines Kundenkreises und beauftragte sein Berliner Büro unter Leitung des Innenarchitekten Jörg Pieper mit der Umsetzung. Verstärkung gab es von der Designerin Leonie Früchil aus Herford. Die Büros Cziesla und Moysig harmonieren in der Zusammenarbeit so gut, dass sie auch bei weiteren Hotel-Objekten gemeinsam antreten wollen. Ziel sind rund 30 Häuser in drei bis fünf Jahren. Unter der Black-Suite-Marke sollen Zimmer, Flure, Restaurant und Lobby einheitlich gestaltet und ausgestattet sein, wobei der Hotelier im Detail viel Spielraum hat. Auch kann nicht jeder Hotelbau einfach schwarz gestrichen werden - hier sind andere, architektonische Lösungen als schwarzer Blickfang denkbar. Bei der Innenausstattung werden natur-, kupfer- und petrolfarbene Elemente Akzente setzen. Es wird eine eigene Tapete in Grautönen geben und es werden Holzkassetten-Elemente eingesetzt. Der Gesamteindruck soll nicht zu nüchtern und kühl und nicht dunkel sein. Gestaltungselemente wie das Bild eines Butlers auf der Lifttür, der aufgemalte Anzug an der Garderobe, pfiffige Fotos und kluge Sprüche an der Wand lockern das Bild auf. Jedes Zimmer hat ein eigenes Bad. "Die Gäste wollen Modernität", weiß Henrik Krömker. "Es kann gar nicht schlicht genug sein." Für ihn sind Anbau und spätere Umgestaltung des Altbaus eine Millioneninvestition: "Ich will ein Zeichen in Herford setzen." Das moderne Konzept bedeutet für ihn keine Mehrkosten, da Moysig in einer guten Verhandlungsposition mit Ausstattern ist. Ob die Fassade des Altbaus sofort schwarz gestaltet wird, weiß Krömker noch nicht. In jedem Fall wird das neue Konzept in den Fluren umgesetzt, denn die sind mit dem Neubau verbunden. Die Zimmer im Altbau folgen Zug um Zug. Der Neubau erweitert die Kapazität des Hotels um 15 auf 34 Zimmer. Das Café wird in den Neubaus erweitert - auch im Black-Suite-Style.

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