Die Chemie stimmt immer noch: Andy Clarke, Larry McCue und Bernd Beckmann (v.l.) zauberten die alten Hits aus dem Hut. - © Foto: Thomas Hagen
Die Chemie stimmt immer noch: Andy Clarke, Larry McCue und Bernd Beckmann (v.l.) zauberten die alten Hits aus dem Hut. | © Foto: Thomas Hagen

Herford Fast wie einst im Gallows Folk Club

Veteranen-Treffen: Zum runden Geburtstag Bernd Beckmanns kamen die alten Weggefährten Larry McCue und Andy Clarke zurück nach Herford

Thomas Hagen

Herford. Vier Jahrzehnte zurück gab es unter Folkfreunden einen Geheimtipp in der Stadt: Den Gallows Folk Club in der Kaserne auf dem Stiftberg. Dort kreuzten sich die Wege von englischen und schottischen Musikern in Diensten der britische Krone und ihrer deutschen Gastgeber. Einer von ihnen war der Herforder Bernd Beckmann. Der stattliche Gitarrist und Sänger war der erste Deutsche, der in der Musikkneipe auf der Bühne stand. Lea Moses, die damalige Wirtin des Clubs, hatte ihn dazu ermuntert. „Zuerst habe ich einfach mal mitgespielt und dann hörte ich die beiden Lokalmatadoren Larry und Andy. Von da an hatte ich nur noch ein Ziel: mit denen willst du Musik machen!“, erinnert sich Beckmann, der jetzt seinen 60. Geburtstag feierte. Dafür erfüllte er vielen Freunden einen Herzenswunsch: „Spielt doch noch einmal zusammen wie vor 30 Jahren.“ So gab es jetzt eine „Musikerzusammenführung“ auf der Bühne des Musik Kontors im Schiller. Es wurde ein emotionaler Abend. Zuerst mit Beckmanns aktuellem Trio „Another Train“, in dem er mit Bernhard Adler und Wolfgang Ramforth Folk, Bluegrass und ein wenig Pop mixt. Als I-Tüpfelchen dann die „Reunion“ mit dem Schotten McCue und dem Briten Clarke. Zeit zum Proben gab es nicht, doch das fiel erstens gar nicht auf und zweitens nicht ins Gewicht. Die herzliche Verbundenheit der drei musikalischen Seelenverwandten war mit den Händen greifbar. Traumwandlerisch sicher legte der Profimusiker Andy Clarke (sein Hauptinstrument ist die Irish Bouzouki) das Fundament, auf das der immer noch stimmgewaltige McCue aufbaute. Und das, obwohl der Schotte schon lange auf keiner Bühne mehr singend zu erleben war. Er lebt heute von seinem kleinen Lieferunternehmen und hat sich aus der Musikszene zurück gezogen. Gänsehaut-Feeling kommt auf Geburtstagskind Beckmann zeigte seine Klasse an der Akustikgitarre und so gerieten Traditionals wie „Roll on the day“, „Take your time“ oder „Mr. Bojangles“ zu gefühligen Rückblicken und Songs wie Bob Dylans „All along the watchtower“ oder David Crosbys „Love the one you’re with“ und die Wishbone Ash-Hymne „Throw down the sword“ zu Zugnummern. Als dann alle Sangesfreudigen – darunter auch Lea Moses – zu „Wild Mountain Thyme“ auf der Bühne standen, kam Gänsehaut-Feeling auf. Für Bernd Beckmann und viele Gäste wohl ein unvergessliches Erlebnis.

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