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Blau, Weiß und Rot: Der Gospelchor „Call him up“ aus der Petrikirchengemeinde drückt sein Mitgefühl für die Opfer der Pariser Angriffe nicht nur musikalisch sondern auch optisch aus. - © Ralf Bittner
Blau, Weiß und Rot: Der Gospelchor „Call him up“ aus der Petrikirchengemeinde drückt sein Mitgefühl für die Opfer der Pariser Angriffe nicht nur musikalisch sondern auch optisch aus. | © Ralf Bittner

Herford Vier Chöre feiern sechs Stunden lang ein musikalisches Fest

1. Herforder Gospelnight: Knapp 700 Zuschauer feiern bis nach Mitternacht. 1.100 Euro Spenden kamen für die Aktion Lichtblicke zusammen

Ralf Bittner
16.11.2015 | Stand 16.11.2015, 11:17 Uhr |

Herford. Eine fröhliche Nacht mit einer Mischung aus Musik und Verkündigung sollte die 1. Herforder Gospelnight mit vier Chören werden. Doch statt mit einem fröhlichen, gemeinsamen Singens unter Leitung von Chris Lass begann der Abend mit einer Schweigeminute und einem Gebet. "Pray for Paris" stand als Projektion an der Wand. Erst dann beginnt mit einem getragenen Lied das geplante Programm. Von Beginn an war der Kirchenraum gut gefüllt, in der Pause zwischen den Auftritten der Gospelchöre "Call him up" und "Good News" mussten weitere Stühle in den Saal getragen werden. Trotz der Augenblicke der Trauer zu Beginn widmete jeder der vier Chöre mindestens einen Song den mehr als 100 bei den Anschlägen in Paris ums Leben gekommenen Menschen. Aus Servietten in Blau- Weiß- Rot bildete der von Jörg Timmermann geleitete Chor "Call him up" die Trikolore. Dazu erklang das selbstversichernde "Unser Vater". Der Chor sang meist Lieder der neuen CD "There is Joy". Mittendrin standen Sara und Saher Al-Shattavi und betrachteten die teilweise ausgelassene Fröhlichkeit neugierig. Mutter und Tochter sind vor einigen Wochen aus dem Irak nach Deutschland gekommen. Als der Chor die Trikolore bildete, sagte Sara: "Wir beten mit allen Menschen hier im Saal für die Menschen in Paris." Martina Finger hatte die Familie in der Harewood-Kaserne kennen gelernt. Sie singt in einem Chor in Halle und war als Zuschauerin im Saal. "Ich habe gefragt, ob sie mitkommen wollten", sagte sie: "Alles, was den Trott in der Kaserne unterbricht und die Menschen in Kontakt zur einheimischen Bevölkerung bringt, kann nur gut sein."Gospelcoach sorgt für Bewegung zwischen den Auftritten Zwischen den Auftritten der Chöre sorgte Gospelcoach und Sänger Chris Lass für Bewegung, stellte neue Lieder vor und teilte dabei wie beiläufig das Publikum in verschiedene Stimmlagen ein und nahm dabei jeden mit. An die 700 Zuhörer waren es, die bis in den frühen Morgen mit ihren Chören feierten, nach "Call him Up" folgten noch "Good News" aus Oetinghausen, der Gospelchor Kirchlengern und der in der Freikirche (EFG) beheimatete Chor "Up to date" zum nächtlichen Finale. "Es waren nicht alle Besucher den ganzen Abend da, sondern einige waren gekommen, um einen bestimmten Chor zu hören. Bei besserem Wetter hätten sich bestimmt einige Leute mehr auf den Weg gemacht", sagte Annette Herbordt, die das Konzert federführend organisierte. Bei der Begrüßung hatte es schon ein Lob für das Organisationsteam vom Pastor Dirk Zimmer gegeben, der daran erinnerte, dass ein Anlass für die Gospelnacht der 150. Geburtstag der EFG sei. "Tief verwurzelt, bunt und offen" ist das Jahresprogramm überschrieben. "Tief verwurzelt sind wir in Jesus, denn der kennt das Leid", knüpfte auch Zimmer an die Pariser Morde an. Aber den Menschen, die nur in Schwarzweiß denken könnten, wolle die Gemeinde bunt und offen entgegentreten. Die Chöre trugen mit mal besinnlichem, dann wieder fröhlichen Lieder ihren Teil dazu bei, diese Botschaft lebendig werden zu lassen.

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