Hertabrücke: Kurz vorm Radewiger Wehr ist sie das verbindende Element über die Aa. Sie ist mit ihrem schmiedeeisernen Jugendstilgeländer und dem geschwungenen Holzboden wohl Herfords schönste Brücke. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Hertabrücke: Kurz vorm Radewiger Wehr ist sie das verbindende Element über die Aa. Sie ist mit ihrem schmiedeeisernen Jugendstilgeländer und dem geschwungenen Holzboden wohl Herfords schönste Brücke. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Brücken in Herford: Ein Spaziergang in Bildern

Über sieben Brücken musst du gehen...

Thomas Hagen

Herford. Auch wenn die Hansestadt von Wasserläufen um- und durchflossen wird, kann Herford Venedig keine Konkurrenz machen. Aber dennoch ist die Zahl der Brücken, die Werre, Aa und Stadtgraben überspannen, mit 23 auch nicht gerade gering. Weitere 15 an Bahnstrecken und über Straßen und Wege kommen noch hinzu. Historische Brücken sind rar gesät, die älteste ist die Steintorbrücke gegenüber dem Go Parc. Sie stammt aus dem Jahre 1808 und wurde von einem französischen Festungsbaumeister geplant. Das schönste Brückenbauwerk ist zweifellos die Hertabrücke. Die auf Bruchsteinen ruhende elegante Eisenkonstruktion mit Jugendstilcharakter und Holzbeplankung überspannt die Aa an ihrer schönsten Stelle oberhalb des Radewiger Wehrs. Errichtet wurde sie im Zuge eines Beschlusses des damaligen Rates, Ende des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit dem Verschönerungsverein die auf der alten Stadtbefestigung verlaufende Wallpromenade als Spazierweg für die Bürger zu erschließen. Vor einigen Jahren wurde die Hertabrücke von Grund auf renoviert. Benannt ist sie nach der Tochter des Kreisbaumeisters Ernst Grote. Herta kam 1890 in Angora (Türkei) zur Welt und arbeitete als Lehrerin an der Herforder Töchterschule, starb aber bereits 1911.Weitgehend unbekannt Die namentlich weitgehend unbekannte Schwester ist die Freyabrücke. Auch wenig bekannt ist die Stephansbrücke, die die Aa-Ufer in Höhe des heutigen Malerbetriebs Soltau und der Aral-Tankstelle ausgangs des Aawiesen-Parks an der Bielefelder Straße verbindet. Die Steintorbrücke ist an der Stelle errichtet worden, an der im Mittelalter eine Vier-Turm-Anlage mit zwei steinernen und einer hölzernen Zugbrücke den Zugang zur Stadt markierte. Die letzte Brücke war deshalb aus Holz gefertigt, damit sie im Falle eines Überfalls oder einer Belagerung hochgezogen werden konnte. Die Kanonen waren auf Bastionen in Stellung gebracht worden, damit man mit ihnen die Brücken wegschießen konnte. Sehr gut erkennbar ist eine solche Bastion neben der Schönfeldschen Villa. Ebenfalls ist vielen Bürgern der eigentliche Name der heutigen Radewiger Brücke nicht bekannt: die Niedermönkenbrücke. Sie wurde benannt nach den niederen Mönchen, die zur Zeit der Clarissinnen (an der Clarenstraße) im Kloster der Franziskaner in der Stadt lebten. Hier wird auch der älteste Brückenbau in der Stadt vermutet – maximal vor 1.200 Jahren wurde er errichtet. Und noch eine Flussbrücke wird von den Blicken selten gestreift: die am Amtsgericht. Sie ist eine graue Maus unter den Bauwerken, hat aber wohl mit die meiste Last zu tragen. Denn fast der gesamte Innenstadtverkehr über Berliner Straße und Auf der Freiheit „überrollt“ sie Tag für Tag.

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