0
Alles neu: Das Haus Bäckerstraße Nummer 7 (rot) ist baufällig und könnte mit der Bäckerstraße Nummer 5 (blau) verbunden zu einem neuem Komplex werden. Dafür müsste die Waisenhausstraße verlegt werden, die derzeit beide Häuser voneinander trennt. Eventuell wird das Doppelhaus 1 - 3 (grün) in das Bauvorhaben einbezogen. - © Kupfernagel / Grafik: Grundmann
Alles neu: Das Haus Bäckerstraße Nummer 7 (rot) ist baufällig und könnte mit der Bäckerstraße Nummer 5 (blau) verbunden zu einem neuem Komplex werden. Dafür müsste die Waisenhausstraße verlegt werden, die derzeit beide Häuser voneinander trennt. Eventuell wird das Doppelhaus 1 - 3 (grün) in das Bauvorhaben einbezogen. | © Kupfernagel / Grafik: Grundmann

Herford Rettungsanker für das Bauprojekt "Radewiger Tor"

Neu gegründete Gesellschaft will an Waisenhausstraße und Bäckerstraße bauen

Peter Steinert
14.07.2015 | Stand 14.07.2015, 10:03 Uhr

Herford. Geborstene Fensterscheiben, bröckelnder Putz. "Das ist ein städtebaulicher Missstand, der bis zur Gefährdungssituation reicht", sagt Stadtplaner Michael Kellersmann und meint die Wohn- und Geschäftshäuser Bäckerstraße 5 und 7. Die sollten längst einem modernen Komplex gewichen sein. Doch das verhinderten bislang unklare Eigentümerverhältnisse. Dem zum Trotz wird nun die Gilde-Sanierung Bäckerstraße GmbH gegründet, die als Rettungsanker für das Areal an der Bäcker- und der Waisenhausstraße fungieren könnte. Hinter der neu gegründeten Gesellschaft steht das selbe Team, das unlängst am Bergertor zwischen Werre und Salzufler Straße den Bau von 21 Stadtwohnungen an den Start gebracht hat. Konkret ist das die Gilde-Stadtsanierung (Schloss-Holte/Stukenbrock) mit dessen Kopf Rupert Schreiner, Geno-Immobilien aus Gütersloh sowie die Bielefelder Projektentwickler von Hempel & Tacke.Abbruchunternehmen war schon beauftragt worden Schreiner ist als Ur-Herforder ohnehin an dem Projekt interessiert. Schon 2012 wollte er das marode Häuserensemble abreißen lassen. "Das Abbruchunternehmen dafür war schon beauftragt worden. Doch dann spielte die Politik nicht mit und ich musste das wieder rückabwickeln", sagt der inzwischen 84-Jährige. Ausgestiegen ist mittlerweile die Detmolder "Baugrund OWL" mit Alexander Strese, der nur das Wort Herford zu hören braucht, um in Fahrt zu kommen. "Wir ziehen uns aus Herford komplett zurück", sagt der 39-Jährige und begründet das mit fortwährenden Verzögerungen auf unterschiedlichsten Ebenen. Auch er habe zunächst große Pläne gehabt und deswegen die Bäckerstraße 7 erworben. "Allein dort habe ich 350.000 Euro verbrannt", sagt Strese, den das Projekt "neun Jahres seines Lebens" gekostet habe. Strese: "Die Parkplatzsituation war das Problem." Um aus seinen Plänen Handfestes machen zu können, kam vor fünf Jahren die Bäckerstraße 5 hinzu. Genau hier hakt die weitere Entwicklung, weil "verstorbene Erben von verstorbenen Erben" nicht auffindbar sind. Zuletzt verweigerte das Grundbuchamt beim Amtsgericht Herford die Zustimmung zum Kaufvertrag. Dagegen geht Alexander Strese derzeit juristisch vor, die Klage liegt beim Oberlandesgericht in Hamm. "Die Grundbücher müssen bereinigt werden", ergänzt Rupert Schreiner, dessen Tatendrang ungebrochen ist: "Es steht fest, dass das gemacht wird." Städtebaulich würde mit der Radewig ein ganzes Quartier vom Neubau profitieren. Denn zum Abriss der beiden Gebäude Hausnummer 5 und 7 könnte das Doppelhaus Bäckerstraße 1 - 3 kommen, für das die Stadt Herford eine Kaufoption besitzt. Für Rupert Schreiner steht der Name des neuen Objekts schon fest: das "RadewigerTor".

realisiert durch evolver group