0
Wollen Druck aufbauen: Ulrich Krutemeier (hinten links), Friederike Detering, Christian Reckefuß, Stefan Stenner, Hermann Dedert, Walter Krutemeier und Andre Reinkensmeyer sowie Loius Roggow (Praktikant bei Ulrich Krutemeier). - © Fotos: Dirk Windmöller
Wollen Druck aufbauen: Ulrich Krutemeier (hinten links), Friederike Detering, Christian Reckefuß, Stefan Stenner, Hermann Dedert, Walter Krutemeier und Andre Reinkensmeyer sowie Loius Roggow (Praktikant bei Ulrich Krutemeier). | © Fotos: Dirk Windmöller

Kreis Herford Landwirte kritisieren mit Plakataktion Fastfoodketten

Bauern äußern Kritik an Burger King und Mc Donalds

Dirk Windmöller
17.06.2015 | Stand 17.06.2015, 22:01 Uhr

Mit der Initiative Tierwohl sollen die Lebensbedingungen von Tieren, deren Fleisch nach der Mast als Schnitzel, Wurst oder Burger auf dem Teller landet, verbessert werden. An der Initiative wollen sich deutlich mehr Landwirte beteiligen als das aktuell möglich ist. In einer landesweiten Plakatserie werben sie für mehr Unterstützung, um mehr Bauern die Teilnahme zu ermöglichen. Darüber wurde jetzt auf dem Hof von Schweinemäster Ulrich Krutemeier informiert. Die "Initiative Tierwohl" greift die Kritik vieler Verbraucher auf, die die Landwirte wegen der Lebensbedingungen der Tiere kritisieren. "In diesem Jahr startet erstmalig eine gemeinsame Aktion von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel, um für noch bessere Lebensbedingungen zu sorgen", sagt Hermann Dedert, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld.16 Höfe haben sich beworben, 7 sind dabei Um zum Beispiel Schweinen das Leben zu erleichtern, müsse Geld investiert werden. Dieses Geld kommt vom Lebensmitteleinzelhandel, der für jedes Kilogramm verkauftes Fleisch 4 Cent in den Tierwohlfonds einzahlt. Landwirte, die bereit sind, in eine veränderte Haltung der Tiere zu investieren, bekommen Geld aus dem Fonds. "Es haben sich viel mehr Landwirte für die Initiative angemeldet, als Geld vorhanden ist", sagt Dedert. In Deutschland sei nur jeder zweite der 4.700 teilnahmewilligen Landwirte berücksichtigt worden. "Im Kreis Herford haben sich 16 Höfe beworben, aber nur 7 kommen zum Zuge", sagt Dedert. Die Landwirte wurden ausgelost. Um an mehr Geld zu kommen, will die Landwirtschaft noch weitere Unternehmen überzeugen, sich an der Aktion zu beteiligen. Mit einer Plakatkampagne, die in diesen Tagen beginnt, soll bei den Fast-Food-Ketten "Burger King" und "Mc Donalds" sowie bei Ikea Druck aufgebaut werden. Das Möbelhaus gehört mit seiner Gastronomiesparte zu den größten Fleischverbrauchern des Landes. "Wann gibt?s mal die Probierwoche mit mehr Tierwohl? Und warum macht Ihr noch nicht mit?" wird auf auf einem Plakat gefragt. Eines wird vor Burger King an der Elverdisser Straße in Herford stehen. "Wir wollen denen den Spiegel vorhalten und sie auffordern, mehr zu machen", sagt Dedert. Falls sie Erfolg haben, könnten auch Landwirte wie Ulrich Krutemeier aus Löhne Teil der Initiative werden. Der Schweinemäster hatte, wie acht seiner Berufskollegen im Kreis, bereits Umbaumaßnahmen durchgeführt, kam aber nicht zum Zug. "Wir haben lange Gesichter gemacht, weil wir in Vorleistung gehen mussten", sagt Krutemeier. Der Löhner hat sich für die Reduzierung seines Tierbestandes entschieden, damit die verbleibenden Tiere etwa zehn Prozent mehr Platz haben. "Das schlägt natürlich auf die Einnahmen durch. Da wäre es schön, wenn das ausgeglichen würde." Die Aktion unterstützen ebenfalls die Schweinehalter Andre Reinkensmeyer (Schwarzenmoor), Christian Reckefuß (Exter), Stefan Stener (Bielefeld) sowie Friederike Deterin (stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes) und Herbert Quakernack (Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Kreisverbände Herford und Lippe). Kriterien Zehn Prozent mehr Fläche für die Tiere, was in der Regel zu einer Reduzierung des Tierbestandes führt oder Einsatz von Raufutter wie Heu oder Stroh. Beschäftigungsmöglichkeiten für Tiere. Hier können die Schweinemäster aus verschiedenen Spielzeugen wählen. Installiert werden können Spielketten, an denen Holz hängt, oder auch Seile. „Danach springen sie gerne“, sagt Krutemeier.

realisiert durch evolver group