Harewood-Kaserne - © Foto: Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Harewood-Kaserne | © Foto: Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Stadt hakt Harewood-Kaserne ab

Stadtentwicklungsgesellschaft gegen Kauf des Objekts

Herford. Nach anhaltender Diskussion und mit deutlicher Mehrheit hat sich die Stadtentwicklungsgesellschaft Herford (SEH) auf ihrer Sitzung am Dienstagabend gegen den Kauf der Harewood-Kaserne entschieden. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder ging in nicht öffentlichen Sitzung offenbar davon aus, dass die Umwandlung der Liegenschaft zur Flüchtlingsunterkunft ohnehin nicht mehr abwendbar ist. Zuvor gemachte Pläne zur weiteren Nutzung des Areals sind damit auf nicht absehbare Zeit hinfällig. Enttäuscht werden jene Bürger sein, die sich im Vorjahr aktiv am Prozess der Umwandlung von militärischen zu zivil genutzten Flächen beteiligt hatten und die ihre Visionen von der Zukunft der drei Kasernengelände vorgestellt hatten. So sollten auf dem Areal der Harewood-Kaserne die Fahrzeughallen im Norden durch Einfamilienhäuser ersetzt und das Areal darüber hinaus als Gewerbefläche genutzt werden. Baudezernent Peter Böhm geht nicht mehr davon aus, dass sich diese Vorstellungen realisieren lassen, wenn die bisherigen Briten-Blocks zur Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) werden. In denen möchte das Land NRW laut Kämmerer Manfred Schürkamp „mindestens 500 Asylsuchende“ unterbringen (die NW berichtete mehrfach). Etwa die Hälfte des 80.000 Qua-dratmeter großen Areals würde für Unterbringung und Versorgung benötigt.Unklar ist die Zukunft der Fahrzeughallen Völlig unklar ist derzeit, was mit der restlichen Hälfte geschehen soll, auf dem sich unter anderem Fahrzeughallen für die Panzer der britischen Streitkräfte befinden. Peter Böhm könnte sich vorstellen, dass das Gelände nach dem Abriss der Gebäude zur Grünfläche wird. Das wäre allerdings immer noch besser, als wenn dieser Bereich zwischen Saarstraße, Steinbrink und „In der Ottelau“ zum Brachland verkommt. Eigentümer der von den Briten genutzten Liegenschaften ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Deren Sprecher Bernd Grotefeld bestätigt Verhandlungen mit dem Land über die Harewood-Kaserne. „Das heißt aber nicht, dass sich diese Verhandlungen nur auf eine Hälfte des Geländes beschränken“, so Grotefeld. Durch das „Nein“ zum Kasernen-Kauf schließt die Stadt Herford von sich eine Vermietung an das Land Nordrhein-Westfalen, aber auch ein Mitspracherecht aus. Sie hat auf die weitere Entwicklung keinen direkten Einfluss. Das betrifft auch das Baurecht, wie Böhm in der SEH-Sitzung verdeutlichte. Sollte die Stadt planungsrechtlich einreifen, bestünde zudem die Möglichkeit, dass die Bezirksregierung Detmold das Verfahren an sich zieht. Fest steht derzeit, dass Herford nach dem Votum der Stadtentwicklungsgesellschaft kein Zugriffsrecht auf das Gelände hat. Auch dann nicht, wenn in bislang prognostizierten 15 bis 20 Jahren die ZUE aufgegeben werden sollte.

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