Sind begeistert: Die Grundschülerinnen Alara (v. l.), Emily und Emily haben lange genug gewartet. Jetzt dürfen sie am und auf dem grasgrünen Auto spielen. - © Foto: Peter Steinert
Sind begeistert: Die Grundschülerinnen Alara (v. l.), Emily und Emily haben lange genug gewartet. Jetzt dürfen sie am und auf dem grasgrünen Auto spielen. | © Foto: Peter Steinert

Herford Autokunstwerk an der Grundschule Mindener Straße

Dauerparkplatz für grasgrünen VW-Polo

Peter Steinert

Herford. Parken verboten. Die Vorgabe ist eindeutig und auf einem Schulhof durchaus nachvollziehbar. Sie gilt allerdings nicht für die Nachbildung eines VW Polo. Das mit Kunstrasen überzogene Objekt eroberten gestern erstmals die Kindern der Grundschule Mindener Straße. "Das macht richtig Spaß", jubelten die achtjährige Emily und ihre gleichaltrige Mitschülerin Alara, nachdem sie vom Dach und der Moorhaube des tiefgrünen Autos gerutscht waren. Schon vor der offiziellen Einweihung hatten die Jungen und Mädchen ihre Köpfe durch die Bauabsperrung gedrückt und Künstler Oliver Schübbe mit Fragen gelöchert. "Warum machen Sie das? Wann ist das fertig? Was soll das werden?", hörte der gebürtige Herforder, der dank einer großzügigen Spende der Noweda-Stiftung in Höhe von 7.500 Euro den Grundschulhof mit einem kleinen Amphitheater, eine Schlangenskulptur und dem mit Kunstrasen überzogenen Fahrzeug verschönern durfte. "Erst haben wir überlegt, ob wir ein richtiges Auto nehmen. Bei den vielen scharfen Kanten war aber die Verletzungsgefahr zu groß, deswegen habe ich ein Modell aus Glasfasermaterial genommen und mit dem Rasen beklebt. Als Vorlage diente ein schrottreifer Polo vom Rohstoffhändler Wachtmann. Das Original landete gleich danach in der Schrottpresse", erzählt Schübbe. Die Nachbildung steht nun den 225 Grundschulkindern zur Verfügung, aber auch den 23 Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte Maiwiese. Die hat seit knapp zwei Jahren ihre "Panda-Gruppe" in der Schule untergebracht. Somit kann es sein, dass auch schon Dreijährige ein Auto von einer ganz anderen Seite kennenlernen.Pharmagroßhändler spendet Kunstwerk "Bei noch jüngeren Kindern hätte es andere Sicherheitsbestimmungen gegeben. Dann wäre das Projekt sicherlich anders ausgefallen", sagte Bürgermeister Tim Kähler, für den die drei neuen Kunstwerke vor dem altehrwürdigen Schulgebäude an der Mindener Straße "ein Zeichen und ein Signal" sind. Gleichzeitig bedankte sich das Stadtoberhaupt beim Pharmagroßhändler Noweda, durch dessen Spende diese Installation erst möglich gemacht wurde. Noweda-Betriebsleiter Jörg-Rainer Wandelt: "Im vergangenen Jahr haben wir unser 75-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. Für jedes Jahr haben wir 100 Euro gespendet und es über die Stadt der Schule zukommen lassen." Noweda-Vertriebsleiter Veit Rademacher: "Man kann hier sehen, dass Kunst nicht zwingend überteuert sein muss." Die Schulhofgestaltung sei schon lange zentrales Thema, betonte Schulleiter Stephan Kern. Besonders seitdem die Gruppe der Kindertagesstätte Maiwiese mit Kindern von drei bis sechs Jahren Räume der Schule nutzt. "Jetzt", freute sich Kern, "ist der Schulhof nicht mehr nur einfach Asphalt."

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