Raum für Aktivitäten: Nicht nur die Kasernen an der Vlothoer Straße (Foto unten) stehen bald leer, sondern zum Beispiel auch der Sportplatz der Briten an der Werrestraße. - © Fotos: Kiel-Steinkamp
Raum für Aktivitäten: Nicht nur die Kasernen an der Vlothoer Straße (Foto unten) stehen bald leer, sondern zum Beispiel auch der Sportplatz der Briten an der Werrestraße. | © Fotos: Kiel-Steinkamp

Herford Der Sportplatz Werrestraße lockt

Die Briten haben ihn aufgegeben, die Stadt hat ein Vorkaufsrecht – doch der Umbau wird nicht billig

Herford. Von außen macht der Sportplatz in der Werreaue jenseits der Umgehungsstraße einen guten Eindruck. Er hat schönes Flutlicht und teure Zäune. Er steht zum Verkauf und weckt Begehrlichkeiten. Doch Kauf und fußballtechnische Umgestaltung des fast drei Hektar großen Geländes sind nicht billig. Seit Dezember bietet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den Sportplatz an der Werrestraße (nicht zu verwechseln mit dem VfL-Sportplatz diesseits der Umgehung) zum Verkauf. Die Stadt hat ein Vorkaufsrecht, bis zum 7. Juli. Das Areal regt die Fantasie mancher Herforder an. Die FDP sieht in ihm bereits die Fachfolgefläche für die Kiewiese, also einen Kirmes- oder Zirkusplatz. Andere können sich ein Gewerbegebiet vorstellen. Für die Aktiven im Stadtsportverband und speziell die Herforder Fußballergemeinschaft gibt es jedoch nur eine Lösung: Hier muss der seit langen geforderte und benötigte zusätzliche Fußball-Kunstrasenplatz hin. Die Spielgemeinschaft (SG) Falkendiek, die in der Kreisliga C spielt, wäre der Hauptnutznießer – und könnte den Sportplatz oben an der Senderstraße in Schwarzenmoor aufgeben. Ebenso benötigt der VfL Herford weitere Trainingsplätze. Und auch der TV Elverdissen schaut interessiert zu – er nutzt den Kunstrasenplatz schon jetzt für seine Übungseinheiten. Allerdings sind erhebliche Investitionen notwendig, wie die Stadtverwaltung jetzt festgestellt hat. Das Umkleidegebäude müsste für 65.000 Euro ertüchtigt werden. Sollte es durch Anbau eines Versammlungsraums zum Sportlerheim erweitert werden, wären (im Rathaus geschätzt) weitere 100.000 Euro fällig. Und dann müsste der vorhandene Platz, der eher ein Hockeyplatz ist, umgebaut werden. Er hat zwar eine tolle Bewässerungsanlage, helles Flutlicht und eine Komplett-Einzäunung, ist aber fürs Fußballspielen nicht geeignet, weil er wasserundurchlässig ist, leicht Pfützen bildet und eher „einem Kunststoff-Hartplatz“ ähnelt, wie die Stadtverwaltung heraus gefunden hat. Ein fachgerechter Umbau würde zwischen 250.000 und 350.000 Euro kosten, heißt es etwas unbestimmt in dem Bericht der Verwaltung. Wenn nebenan noch, was nahe liegt zwei Rasenübungsplätze hergerichtet werden, kostet das weitere 100.000 Euro. Bürgermeister Tim Kähler hat dem Rat trotzdem vorgeschlagen, die Anlage von der Bima zu kaufen – sofern der Preis stimmt. Den über 600.000 Euro teuren Umbaukosten (ohne Kaufpreis) stellt er die Ausgaben für die Erneuerung des Sportplatz an der Senderstraße nebst Erweiterung des dortigen Feuerwehrhauses als Umkleide mit Parkplätzen und Ampel gegenüber. Dafür kommt er auf schlappe 900.000 Euro. Die Entscheidung treffen die Politiker – am 3. März in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

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