Silke Niermann (links) und Roswitha Heitkamp-Kozma (rechts) übergaben Zdravka Buettner einen symbolischen Scheck.
- © Foto: Jenniches
Silke Niermann (links) und Roswitha Heitkamp-Kozma (rechts) übergaben Zdravka Buettner einen symbolischen Scheck.
| © Foto: Jenniches

Herford Begleiterinnen im Alltag gesucht

Frauenhaus-Förderverein initiiert neue Hilfe

Herford (alex). Der Förderverein des Frauenhauses Herford hat ein Hilfsprojekt namens "Begleitung im Alltag" (BIA) initiiert. Damit sollen Frauen nach der Zeit im Haus wieder in ein normales Leben finden. Gefördert wird das Projekt von der weltweit tätigen Frauen-Organsiation Soroptimist International (SI), die auch Ableger in Ostwestfalen-Lippe hat. Sie stellt dem Förderverein des Frauenhauses nun 5.000 Euro für das neue Projekt zur Verfügung.

Der 30. Geburtstag der Soroptimist-Abteilung Bad Oeynhausen-Wittekindsland Ende Oktober war nicht nur ein schöner Tag für die Organisation. Es war auch ein guter Tag für das Frauenhaus Herford. Auf einer großen Benefizveranstaltung kamen 4.000 Euro zusammen. Soroptimist legte noch 1.000 drauf.

Ins Frauenhaus kommen Frauen - oft auch mit Kindern -, die Opfer unterschiedlicher Formen von Gewalt geworden sind. 2013 waren es rund 70 Frauen und 70 Kinder. Nicht zwangsläufig sind sie vor ihrer Flucht in Herford ansässig. Sollte ihnen an ihrem Heimatort Gefahr drohen, werden die Frauen in Häusern weit entfernt untergebracht. Regelmäßig kommen sie aus unterschiedlichen Bundesländern in die Werrestadt, damit ihre Peiniger sie nicht mehr erreichen können.

Zdravka Buettner ist das öffentliche Gesicht des Frauenhauses, dessen Mitglieder aus Sicherheitsgründen überwiegend diskret agieren. Sie sagt, bei dem neuen Projekt "Begleitung im Alltag" (BIA) gehe es vor allem um sehr praktische Dinge.

"Die Frauen bleiben im Schnitt ein halbes Jahr bei uns. Danach fehlt ihnen natürlich die Orientierung, zumal sie auch oft noch aus anderen Städten kommen. Wir möchten ihnen helfen, sich wieder im Alltag einzufinden. Deswegen sind wir auf der Suche nach Patinnen, die dabei helfen."

Silke Niermann ist Präsidentin des Soroptimist-Clubs. Ihren Worten zufolge ist ein ähnliches Projekt in Neu-Ulm (Bayern) bereits erfolgreich im Gang. "Uns geht es mit der Spende vor allem auch darum, eine Lücke zu schließen. Dort, wo staatliche Mittel nicht mehr reichen oder gestrichen werden, brauchen Frauenhäuser Unterstützung, um Projekte wie dies zu finanzieren. Die Frauen in Not fangen ja von ganz vorne im Leben an."

Auch SI-Club-Schatzmeisterin Roswitha Heitkamp-Kozma sieht in der Förderung eine lohnenswerte Aufgabe: "Wir suchen engagierten Frauen, die Unterstützung leisten. Vielleicht kann jemand bei Amtsformularen helfen oder weiß Hilfe beim Streichen einer neuen Wohnung oder dem Aufbau einer Küche. Ganz praktische Dinge des alltäglichen Lebens eben."

´ Wer helfen möchte, kann sich sieben Tage in der Woche 24 Stunden lang an das Frauenhaus wenden unter Telefon 05221/23883.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group