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Der Denkmalschutz ist längst aufgehoben worden, doch ein neues Wohn- und Geschäftshaus ist dort zur Zeit nicht realisierbar. - © FOTO: FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP
Der Denkmalschutz ist längst aufgehoben worden, doch ein neues Wohn- und Geschäftshaus ist dort zur Zeit nicht realisierbar. | © FOTO: FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP

Herford Wenn sich Zeitfenster schließen

Gebäude Höckerstraße 3 und 5 fristen weiterhin ihr trostloses Dasein

VON CORINA LASS
07.11.2014 | Stand 07.11.2014, 10:59 Uhr

Herford. Das Wittekind-Kino an der Höckerstraße war bei seiner Eröffnung 1913 das erste Kino in der Werrestadt. Das ursprünglich im Jahr 1537 errichtete und 1763 umfassend umgebaute Gebäude sollte ab 2010 eigentlich einem neuen Wohn- und Geschäftshaus Platz machen. Die Pläne haben sich inzwischen zerschlagen.

Das Projekt sei zur Zeit wirtschaftlich nicht realisierbar, sagt Andreas Zimmermann auf Nachfrage. Der Prokurist der Projektentwicklungsgesellschaft Niederelbe in Stade, einem Unternehmen der Lührs Gruppe, und der Herforder Architekt Chris Gössling aus dem Planungsbüro Pape hatten im Mai 2010 ihre Entwürfe für ein modernes Geschäftshaus präsentiert. Kurz zuvor hatte das Ministerium für Bauen und Verkehr den Abriss des Gebäudes Höckerstraße 5 genehmigt. Die Abrissgenehmigung der Stadt lag ebenfalls vor.

Doch das Verfahren bis zur Aufhebung des Denkmalschutzes für das Gebäude Höckerstraße 3 hatte Monate gedauert. Zu Beginn hatte Zimmermann die nötigen Ankermieter, am Ende des Verfahrens nicht mehr. "Alle Projektentwickler sind davon abhängig, wie sich die Filialisten ausrichten", erklärt der Sparkassenbetriebswirt.

Sie passten ihre Pläne dem Markt ständig an und änderten sie deshalb auch mal. Entweder habe ein Projektentwickler zum richtigen Zeitpunkt das passende Grundstück, auf dem ein Vorhaben rentabel sei, oder eben nicht. "Manchmal schließt sich ein Zeitfenster."

Ähnlich sei es mit dem Kaufhof-Areal gewesen: Bevor die Projektentwickler von Gundlach den Zuschlag zur Entwicklung der Fläche bekamen, hatte sich auch Zimmermanns Unternehmen beworben. "Wir hatten die Nutzungen bereits festgeklopft." Als Gundlach scheiterte und sich die Projektentwickler der Lührs Gruppe noch einmal hätten bewerben können, waren diese Nutzungen aber nicht mehr möglich.

Für Zimmermann heißt das nicht, dass Herford als Stadt mittlerer Größe auf dem absteigenden Ast ist. Im Gegenteil: Herford sei sehr gut aufgestellt, das Einkaufserlebnis "wirklich gut". Beispielhaft nennt Zimmermann den Alten Markt, auf dem bei schönem Wetter die Menschen an den Tischen der gastronomischen Betriebe sitzen, über den Menschen schlendern.

Die Abrissgenehmigung für das Gebäude Höckerstraße 3-5 hat Zimmermann im vergangenen Jahr zwar dem Hauseigentümer übergeben und damit von seinen ursprünglichen Plänen in der Werrestadt Abstand genommen. Aber das heißt nicht, dass sich für den Standort nicht irgendwann auch wieder ein neues Zeitfenster öffnen kann.

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