Herford Briten geben Sportplatz auf

Diskussion um die Zukunft der Fläche an der Werrestraße birgt Zündstoff

VON CORINA LASS
Der Sportplatz an der Werrestraße wird bislang von den britischen Streitkräften genutzt. - © FOTO: FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP
Der Sportplatz an der Werrestraße wird bislang von den britischen Streitkräften genutzt. | © FOTO: FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP

Herford. Die Briten geben den Sportplatz an der Werrestraße Ende dieses Monats auf. Deshalb müssen sich Verwaltung und Politik jetzt Gedanken darüber machen, was mit dem Gelände passieren soll.

Die Briten haben in der Verwaltung angefragt, ob sie die städtische Fläche in den alten Zustand versetzen sollen; der bestand einst aus Natur. Ein Rückbau würde aber bedeuten, dass Gebäude und nur ein Teil des Kunstrasenplatzes abgebaut würden. Nur einen Teil deshalb, weil die Fläche nur zum Teil der Stadt gehört, zum Teil der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), zum Teil Stadt und BIMA gemeinsam.

Das sei wenig sinnvoll, sagt Baudezernent Peter Maria Böhm. Deshalb werde die Verwaltung in den kommenden Monaten mit der BIMA und den Herforder Politikern klären, wie sie sich die Zukunft der Fläche vorstellt, erklärte Georg Robra, Dezernent für Bildung und Sport, Jugend und Soziales.

Denkbar wäre eine gewerbliche Nutzung, eine Moschee könnte dort dann zum Beispiel ihren Platz finden. Der Sportstättenbedarfsplan legt allerdings eine weitere Nutzung für den Sport nahe. Da es sich um einen Kunstrasenplatz handelt, wäre die Fläche das ganze Jahr über bespielbar, anders als Asche- oder Rasenplätze. Zugleich könnte sie von mehreren Vereinen genutzt werden.

Dazu muss aber erst einmal geklärt werden, ob der Platz "ertüchtigt" und ob dann nur die Oberfläche oder auch der Untergrund erneuert werden muss. Die Überprüfung sei nicht nebenbei zu machen, sagt Robra. Zugleich will die Stadt die Gebäude in Augenschein nehmen. In welchem Zustand sind sie? Wie viel muss investiert werden, um sie langfristig nutzen zu können? Legionellen sind dabei ein Thema, um nur ein Beispiel zu nennen.

Bei weiteren Überlegungen könnte eine Rolle spielen, dass mit einer Ertüchtigung weniger oder gar nicht mehr in andere Plätze investiert wird, etwa in den Sportplatz in Falkendiek, der auf Dauer dann eventuell aufgegeben würde. Denn der Rasenplatz an der Sennestraße ist nicht mehr in dem allerbesten Zustand.

In dem Thema steckt also Zündstoff, der vor allem die Sportvereine noch beschäftigen wird.

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