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Herford Gasalarm im Flüchtlingsheim

18-jähriger Bewohner wegen Verdachts auf Brandstiftung kurzzeitig festgenommen

09.10.2014 | Stand 08.10.2014, 20:25 Uhr

Wegen des Verdachts auf Brandstiftung musste ein Flüchtlings-Gebäude evakuiert werden. - © ARCHIVFOTO: KIEL-STEINKAMP
Wegen des Verdachts auf Brandstiftung musste ein Flüchtlings-Gebäude evakuiert werden. | © ARCHIVFOTO: KIEL-STEINKAMP

Herford (fei). Alarm in den Flüchtlingsunterkünften an der Ulmenstraße: Wegen des Verdachts einer versuchten Brandstiftung mussten in der Nacht zu Dienstag mehrere Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr zu den Gebäudekomplexen ausrücken. Ein 18-jähriger Bewohner aus Nordafrika hatte in einem Wohnblock eine starke Rauchentwicklung und beißenden Geruch ausgelöst. Er wurde kurzzeitig in Polizeigewahrsam genommen. Verletzt wurde niemand.

Gegen 22.30 Uhr waren Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes HNR bei ihren Kontrollgängen auf die Geruchsentwicklung aufmerksam geworden. Weil sie den Austritt von Gas befürchteten, evakuierten sie das Gebäude und alarmierten die Einsatzkräfte. Diese stießen in einem Badezimmer auf einen 18-jährigen Nordafrikaner, der dem ersten Augenschein nach an einer Gastherme herumfummelte. "Unsere Ermittler hatten den Eindruck, dass er den Versuch unternommen hatte, etwas in Brand zu setzen", begründet Polizei-Pressesprecher Michael Albrecht die vorläufige Festnahme des Tatverdächtigen. Zudem sei der Mann in Polizeikreisen kein Unbekannter. Seit seiner Ankunft in der Ulmenstraße vor zweieinhalb Wochen sei er wegen verschiedener Eigentums- und Gewaltdelikte mehrfach negativ aufgefallen.

Das bestätigt auch HNR-Chef André Niederée. "Er gehört zu den etwa zehn Querulanten, die uns ab und zu Probleme bereiten", sagt er. Um die übrigen friedlichen Flüchtlinge an der Ulmenstraße zu schützen, habe der Mann auch am Mittwochmorgen in eine andere Kommune verlegt werden sollen. Eine Aufenthaltsgenehmigung für die Stadt Herford habe er nicht mehr, so Niederée.

Zur Abreise kam es zunächst jedoch nicht. In Polizeigewahrsam gab der 18-Jährige an, er habe zusammen mit zwei weiteren Bewohnern Tätowierungen gemäß eines Brauchs aus seiner Heimat durchführen wollen. Zu diesem Zweck habe man Kunststoffflaschen angezündet und zum Schmelzen gebracht, wodurch sich schließlich Qualm gebildet habe. Die Flaschen seien vor den Einsatzkräften lediglich in der Gastherme versteckt worden.

Widerlegbar, so sagt Michael Albrecht, seien diese Aussagen nicht gewesen. Auch habe man am Tatort keinerlei Hinweise auf eine etwaige Manipulation der Therme gefunden - was jedoch nicht gleich bedeute, "dass er es nicht vielleicht versucht hat". Zu Berichten von Ohrenzeugen, nach denen der Nordafrikaner mehrmals laute "Allah!"-Rufe von sich gegeben haben soll, gaben die Ermittler keinen Kommentar ab.

Offen bleibt daher, ob der Mann mit der Aktion seiner Verlegung in eine andere Kommune entgehen wollte. Dass er die Hansestadt nicht verlassen möchte, wurde laut Albrecht jedenfalls schon kurz nach seiner Freilassung deutlich: "Als er abreisen sollte, hat er versucht, sich zu widersetzen."

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