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Mit Texten und Musik erinnerte die Friedensgruppe an Pazifistin Bertha von Suttner und forderte "offene Grenzen für Menschen, geschlossene Grenzen für Waffen." - © Foto: Ralf Bittner
Mit Texten und Musik erinnerte die Friedensgruppe an Pazifistin Bertha von Suttner und forderte "offene Grenzen für Menschen, geschlossene Grenzen für Waffen." | © Foto: Ralf Bittner

Herford Musik und Lyrik für den Frieden

Mahnwache der Friedensgruppe Herford erinnert an frühe Pazifisten

04.08.2014 | Stand 04.08.2014, 11:04 Uhr
Bertha von Suttner ist aktuell wie eh und je. - © Foto: Ralf Bittner
Bertha von Suttner ist aktuell wie eh und je. | © Foto: Ralf Bittner

Kreis Herford (rab). Mit dem Lied "Where have all the Flowers gone" (Sag mir, wo die Blumen sind) der amerikanischen Friedensbewegung begann die Gedenk-Mahnwache in Erinnerung an Bertha von Suttner und ihre Wegbegleiter der frühen Friedensbewegung auf dem Neuen Markt. Nach der Eskalation des Gaza-Konfliktes ist die Botschaft der 1914 gestorbenen Pazifistin "Die Waffen nieder!" aktuell wie immer.

"Als wir die Kundgebung planten, dachten wir an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und Kriege wie Afghanistan, Syrien, Irak oder Ukraine", sagte Winfried Eisenberg von Friedensgruppe und IPPNW Herford (Ärzte gegen den Atomtod). In einem offenen Brief fordert die IPPNW die Bundesregierung auf, sich für Waffenstillstand, offene Grenzen und ein Ende der Besetzung Palästinas einzusetzen. Inhaltlich orientiere sich die Friedensgruppe an der israelischen Friedensbewegung mit Vordenkern wie Uri Avnery, die Israel kritisiert und beide Seiten zum Dialog auffordert. Teil der Veranstaltung war die Mahnwache "Solidarität mit den Menschen in Gaza".

Anlässlich des Beginns des Ersten Weltkriegs fordern die Initiatoren die Stadt Herford auf, einen Platz oder eine Straße nach Bertha von Suttner zu benennen. "Noch immer gibt es hier nach Militärs oder so genannten Helden wie Otto Weddigen benannte Straßen", sagte Eisenberg. Gerade einer Stadt der starken Frauen stünde es gut an, an eine Frau wie Bertha von Suttner zu erinnern.

Mit Sorge beobachtet die Gruppe in Deutschland eine zunehmende Militarisierung der Außenpolitik und die Abkehr von der Lehre aus den Weltkriegen, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen dürfe. Zu den gelesenen Texten gehörte Wolfgang Borcherts Appell "Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins: Sag nein!"

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