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Ein Lied für die Gastgeber: 30 Kinder aus Tschernobyl gaben ein Ständchen in der Herforder Sparkasse. - © Foto: Kiel-Steinkamp
Ein Lied für die Gastgeber: 30 Kinder aus Tschernobyl gaben ein Ständchen in der Herforder Sparkasse. | © Foto: Kiel-Steinkamp

Kreis Herford Unbeschwerte Tage für Kinder aus Weißrussland

Herforder Verein organisiert 22. Erholungsaufenthalt

Von Frank-Michael Kiel-Steinkamp
22.07.2014 | Stand 22.07.2014, 10:29 Uhr

Kreis Herford. Sie kommen aus den verstrahlten Gebieten in Weißrussland und sollen im Kreis Herford drei Wochen lang Erholung finden. 30 Kinder und Jugendliche aus dem Umkreis von Tschernobyl bekommen hier unbelastetes Essen, viel Bewegung an der frischen Luft und sie dürfen Ausflüge machen. Jetzt waren die Kinder bei der Sparkasse zum Mittagessen eingeladen, bevor sie die Stadt Herford erkunden konnten.

Die Explosion des Atomreaktors Tschernobyl - ist das nicht schon fast 30 Jahre her? Wäre nicht die Katastrophe von Fukushima in Japan gewesen - man hätte das Ereignis mit globalen Folgen in Deutschland mehr und mehr vergessen. Es hätte wohl noch nicht den Einstieg in den Atomausstieg in Deutschland gegeben. Der gemeinnützige Verein "Kinder aus Tschernobyl in Herford e.V." hat es nicht vergessen und jetzt zum 22. Mal Kinder und Jugendliche eingeladen, die zwei Wochen in der Jugendherberge Rödinghausen und eine Woche zu zweit in Gastfamilien zu verbringen.

"Die Folgen erreichen noch immer erschreckende Dimensionen", sagt der Vorsitzende Klaus Wörmann. "Die Immunsysteme der Menschen sind geschwächt, es gibt einen großen Anstieg der Krebsrate, der Schilddrüsen- und Herzerkrankungen. Besonders gravierend sind die psychischen Probleme. Wenn auch glücklicherweise bei uns der Atomausstieg beschlossen ist, jedes Kind ist ein Fingerzeig auf die Probleme mit der Atomindustrie."

15.000 Euro im Jahr bringt der von staatlichen Einrichtungen unabhängige Verein für den Ferienaufenthalt der Kinder auf. "Wir sind stolz, dass das immer klappt." - "Wir werden überall im Kreis, wo wir mit den Kindern hinkommen, sehr lieb empfangen", berichtet Wörmann. 650 Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren haben diese Gastfreundschaft im Laufe der Jahre erlebt.

"Vergesst uns nicht", hören die Vereinsmitglieder immer wieder bei Besuchen in Weißrussland von den Eltern. "Das ist uns Ansporn weiterzumachen", sagt Wörmann.

Das Programm für die Kinder ist vielfältig. So werden sie bei schönem Wetter heute nach dem Besuch beim Rödinghauser Bürgermeister ins Freibad gehen. Am Mittwoch geht?s in den Safaripark Stukenbrock. Am Donnerstag ist wieder Freibad angesagt - dieses Mal mit dem Sparkassen-Knax-Club in Hiddenhausen.

Freitag basteln die Herforder Funker mit den Kindern. Am Samstag wird Bergfest mit den Gastfamilien gefeiert, die die Kinder in der dritten Woche in ihre Obhut nehmen.

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