Herford Kleine Welt aus 1.000 Steinen

Andreas und Kai Böker organisieren größte Lego-Ausstellung Norddeutschlands auf Langeoog

Text und Fotos von 
Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Das Dorf Steinford (die Heimatstadt Herford klingt an) haben sich Kai (l.) und Andreas Böker ausgedacht. Durch die Mitte strömt ein Fluss, der von einer Eisenbahnbrücke überspannt wird.
Das Dorf Steinford (die Heimatstadt Herford klingt an) haben sich Kai (l.) und Andreas Böker ausgedacht. Durch die Mitte strömt ein Fluss, der von einer Eisenbahnbrücke überspannt wird.

Herford/Langeoog. Zwei Herforder machen am ersten Augustwochenende die Insel Langeoog zum Nabel der Welt für die Fans der Legosteine. Andreas und Kai Böker organisieren zusammen mit der Inselgemeinde die Veranstaltung "1.000-Steine-Insel". Es soll die größte Ausstellung mit Lego-Bauwerken in Norddeutschland werden – rund um die von Vater und Sohn selbst gebaute Touristenattraktion "Mini-Langeoog – die Insel aus Lego-Steinen".

Kai und Andreas Böker haben die Insel Haus für Haus nachgebaut. Das Modell ist dauerhaft zu sehen.
Kai und Andreas Böker haben die Insel Haus für Haus nachgebaut. Das Modell ist dauerhaft zu sehen.

Das Haus der Insel wird in allen Sälen zum Ausstellungszentrum für Lego. Seit 2007 ist hier die ursprünglich "Lego-Langeoog" genannte und bis 2012 Jahr für Jahr gewachsene Anlage zu sehen – mit anhaltendem Interesse bei den kleinen und großen Inselgästen.

Zur Erinnerung: Kai Böker war – wie ungezählte andere Schüler aus dem Kreis Herford vor und nach ihm – 2006 im Schullandheim Kajüte gewesen und hatte dann zu Hause die bunte Inselbahn aus Lego nachgebaut. Der Grundstein für den Nachbau der Insel im Miniaturformat war gelegt.

Information

Tagesausflug

Tagesfahrten nach Langeoog ab Bensersiel: täglich 8.20, 9.30, 11.30 und 13.30 Uhr

Rückfahrt ab dem Inselbahnhof: täglich 16, 17.30, Freitag auch 20, Sonntag auch 19 Uhr (ohne Gewähr)

Die Zeiten sind unter www.schiffahrt-langeoog.de verbindlich zu erfahren.

Legosteine sind – ähnlich wie Modelleisenbahnen – für viele Tüftler mehr als ein Kinderspielzeug. Wie es der dänische Hersteller in seinen Freizeitparks Legoland unter eigener Regie im großen Stil macht, so machen es auch viele Lego-Architekten im privaten Bereich: Sie bauen bekannte Gebäude, ganze Stadt- und Phantasie-Landschaften nach.

15 Aussteller aus ganz Deutschland haben die Bökers für die "1.000-Steine-Insel" gewonnen. Sie alle gehören zur Interessengemeinschaft "www. 1000steine.de". Überwiegend haben sie im Maßstab 1:42 gebaut, das passt zu den handelsüblichen Figuren.

Im großen Saal werden sie ihre Werke zeigen. Es gibt eine Star-Wars-Landschaft, einen Flughafen, eine Kombination aus Modellbahn und Lego-Landschaft, die Nürnberger Frauenkirche, das Flugboot Do-X, ein Segelschiff und mehr zu sehen.

Im Saal 2 kombinieren mehrere Bastler ihre Einschienenbahnanlagen einer großen Schwebebahn mit einigen hundert Metern Schienenlänge. Besonders eindrucksvoll sieht das aus, wenn alle zwei Stunden auf Nachtbeleuchtung geschaltet wird.

Es gibt Mitmachaktionen für Kinder, ein Rätsel mit in den Anlagen versteckten Märchenszenen, Lego-Mosaike von Kunstwerken, einen Flohmarkt mit seltenen Legosteinen, eine Tombola und mehr.

Kurz vor dem Ausstellungswochenende wird ein Aussteller aus Süddeutschland mit einem Lkw aufbrechen, um die Bauwerke der Lego-Freunde am Weg abzuholen und als Sammeltransport auf die Insel zu bringen. Am Donnerstagmittag werden sie mit der Fähre nach Langeoog übersetzen, bis Freitagmorgen soll alles aufgebaut sein. Die Bökers selbst haben für die Ausstellung in ihrem Keller ein neues Bergpanorama mit einem Fluss und dem 30er-Jahre Dorf "Steinford" gebaut.

30er Jahre – das bedeutet, es gibt noch Rückepferde im Wald, eine Dampfeisenbahn, ein Storchennest auf dem Dach und den Tanz unter dem Maibaum.
Hier sieht man, dass der Titel "1.000-Steine-Insel" weit untertrieben ist.

In zwei Jahren haben Vater und Sohn mehr als 200.000 Steine verbaut. Die Anlage wiegt 100 Kilogramm – alles ist gesteckt, nichts verklebt. Die Kunst ist es, aus handelsüblichen Steinen, die dennoch nicht immer leicht zu bekommen sind, Formen originalgetreu nachzubauen.

Die Lego-Baumeister sind keine Einsiedler, die nur in ihrem Hobbyraum hocken. Für die Teilnehmer der Ausstellung wird das Langeoog-Wochenende wie ein Urlaub werden. Die Austeller und ihre Familien werden gemeinsam am Strand grillen und eine Fahrt auf einem gecharterten Schiff unternehmen. Andreas und Kai Böker haben keinen Zweifel, dass die "1.000-Steine-Insel" ein Erfolg wird. "Es sind allein 10.000 Urlauber auf der Insel", sagt Kai Böker. Und selbst ein Tagesausflug von Herford aus sollte sich lohnen.

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