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Fünf kleine Schafe, Heidschnucken und Bentheimer Landschafe, ließ Schäfer Thomas Rüping durch den Garten der Spielkiste toben. Dabei hatten die Kinder reichlich Gelegenheit, sie anzufassen, zu streicheln und ihnen auch Milch aus der Flasche zu trinken zu geben. - © FOTO: STEFANIE BOSS
Fünf kleine Schafe, Heidschnucken und Bentheimer Landschafe, ließ Schäfer Thomas Rüping durch den Garten der Spielkiste toben. Dabei hatten die Kinder reichlich Gelegenheit, sie anzufassen, zu streicheln und ihnen auch Milch aus der Flasche zu trinken zu geben. | © FOTO: STEFANIE BOSS

ENGER Lämmer zu Besuch bei Menschenkindern

Schäfer mit kleiner Herde in der "Spielkiste"/Junge Vierbeiner sind gierig nach Milch

VON STEFANIE BOSS VON STEFANIE BOSS
24.05.2012 | Stand 23.05.2012, 18:12 Uhr

Enger. Weich und flauschig fühlen sich die kleinen Schafe an. Vorsichtig streicht der sechsjährige Bjarne einem Lamm über das Köpfchen, den Rücken. "Toll, dass ich die Schäfchen anfassen und sogar füttern darf", sagt er und freut sich. Mit fünf Lämmern und einem Muttertier war der Schäfer Thomas Rüping gestern zu Gast in der Kindertagesstätte "Spielkiste" und demonstrierte bei der Schafmama auch gleich das Scheren.

Bevor die Schafe aber aus dem Anhänger gelassen wurden, lernten die Kinder zunächst etwas über den Beruf des Schäfers. "Wofür habe ich meinen Stock?" fragte Thomas Rüping. "Damit du dich unterwegs auf ihn stützen und dich ausruhen kannst", tönte es aus den Reihen der Kinder zurück.

"Richtig, ihr kennt ja schon meinen Text", schmunzelte der Schäfer und erklärte auch gleich die andere Funktion: "Mit dem Haken am oberen Ende kann ich ein Schaf, das krank ist, aus der Herde heraus ziehen und versorgen. Hinterherlaufen würde nämlich nichts nützen, dafür sind die Schafe zu schnell."

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Wollige Wahrnehmungen

Die Kinder der "Spielkiste" werden sich auch weiterhin mit dem Thema Schafe beschäftigen. "Wir werden die Wolle waschen, kämmen und dann verarbeiten", erklärte Erzieherin Mechthild Rath, die das Projekt organisiert hatte.

"Es geht darum, dass die Kinder Sinneswahrnehmungen erleben, erfahren, wie die Wolle sich anfühlt und riecht." Sie ergänzte: "Vielleicht werden wir auch noch einen Besuch auf einem Bauernhof machen. Das Tempo und die Richtung geben die Kinder vor." (boss)

Den Hut trägt er zum Schutz vor Wind und Wetter. Und auch Hütehunde hat ein Schäfer immer dabei. Im Fall von Thomas Rüping sind es drei, unter anderem die Altdeutsche Hütehündin Bonnie, die er auch in die "Spielkiste" mitbrachte.

Auch was Schafe fressen, lernten die 20 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren: Gras - "den Rasen halten sie so kurz wie der Rasenmäher" - und Blumen. Und im Stall Heu. Die Lämmer trinken natürlich Milch. "Die Mütter der Lämmer, die ich heute mitgebracht habe, geben nicht genug Milch, deshalb spiele ich jetzt die Mama und füttere die Kleinen mit der Flasche", erklärte Thomas Rüping. "Und das dürft ihr jetzt übernehmen".

Dann war der große Moment gekommen: Zwei Bentheimer Landschafe und drei Heidschnucken grau gehörnt, als Lämmer aber noch pechschwarz, ließ er aus seinem Anhänger in den Garten der Kindertagesstätte. Zwischen sechs und zehn Wochen sind die kleinen Schafe alt. Und gierig nach Milch. Schnell stürzten sie sich auf die Kinder, denen Thomas Rüping Milchfläschchen in die Hand gedrückt hatte. Und dort tranken sie gierig. Ängstlich waren die Kinder nicht: "Überhaupt nicht", bekräftigte Paula (5). Die Schafte aber auch nicht.

"Zum Konzept unserer Tagesstätte gehört es, die Kinder an die Natur heranzuführen, sie ihnen näher zu bringen", erläuterte die Leiterin Carla Puhlmann. "Heute sollen die Kinder erleben, wie ein Schaf überhaupt aussieht, wie es sich anfühlt. In gewissen Abständen machen wir solche Aktionen mit Tieren, wir hatten zum Beispiel schon mal Ponys hier."

Zum Schluss holte Thomas Rüping noch ein erwachsenes Schaf aus seinem Wagen und zeigte den Kindern das Scheren. "Eigentlich macht man das heute mit einer Art elektrischem Rasierer, wie ihr ihn von eurem Papa wahrscheinlich kennt", erklärte der Schäfer den Kindern. "Ich nehme meist die Schere, da brauche ich keinen Strom."

Gegen seine Beine gelehnt ließ das Schaf Wolle, und auch wenn es dabei nicht sehr erfreut drein schaute, lernten die Kinder: Es ist eine Erleichterung, denn mit Wolle würde es im Sommer zu sehr schwitzen.

Mit seiner Herde von 120 Mutterschafen und ungefähr genauso vielen Lämmern zieht Thomas Rüping im Sommer von einer Grünfläche zur nächsten.

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