Gefährlicher Rausch

Heideschüler lernen in einer Projektwoche, wie man Süchten vorbeugen und sie bekämpfen kann

Sozialpädagogin Christina Hubbuch-Loeber (vorne, Mitte) zeigt anhand einer Puppe, wie ein alkoholgeschädigtes Baby aussieht. Alexander Greife, Vanessa Kovaqi, Tobias Herbers, Lehrerin Karin Mahler, Ulrike Harder-Möller, Ulrich Bien (Lions-Club), Julia Knapp, Volker Niestrat (Lions-Club) und Jutta Bleckmann (v. l.) schauen genau hin. - © FOTO: MAREIKE PATOCK
Sozialpädagogin Christina Hubbuch-Loeber (vorne, Mitte) zeigt anhand einer Puppe, wie ein alkoholgeschädigtes Baby aussieht. Alexander Greife, Vanessa Kovaqi, Tobias Herbers, Lehrerin Karin Mahler, Ulrike Harder-Möller, Ulrich Bien (Lions-Club), Julia Knapp, Volker Niestrat (Lions-Club) und Jutta Bleckmann (v. l.) schauen genau hin. | © FOTO: MAREIKE PATOCK

Enger (mac). Manchmal kann eine einzige Pille fatale Folgen haben: "Wenn eine Mutter in der Schwangerschaft nur einmal Ecstasy nimmt, kann sie ein geschädigtes Kind bekommen", berichtet die gelernte Kinderkrankenschwester Jutta Bleckmann.

Während der Suchtprophylaxe-Woche der Heideschule hat sie den Schülern gestern anhand von Baby-Puppen deutlich gemacht, wie drogengeschädigte Säuglinge aussehen: die Gliedmaßen ungewöhnlich dünn, die Gesichter krampfhaft verzerrt. "Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Drogen oder Alkohol genommen haben, sind eingeschränkt in ihrer Leistung, lernen später laufen und können sich körperlich nicht so entwickeln wie gesunde Babys", sagt Bleckmann.

Die Jugendlichen waren vom Anblick der Baby-Puppen sichtlich schockiert: "Das ist schon ein erschreckendes Bild, das einem ziemlich zu Herzen geht", sagt der 16-jährige Tobias.

Einmal jährlich - immer in der achten oder neunten Klasse - bietet die Heideschule eine Woche zur Suchtprophylaxe an. "Dabei geht es vor allem um Alltagsdrogen wie Alkohol, Zigaretten oder Medikamente, an die jeder herankommt", sagt die Sozialpädagogin der Schule, Christina Hubbuch-Loeber.

Die Jugendlichen sollten lernen, wo eine Sucht anfängt und wie sie sie bekämpfen können. Um das Thema in all seinen Facetten zu beleuchten, hat die Schule verschiedene Schwerpunkte gesetzt.

Mitarbeiter des Kommissariats Vorbeugung der Herforder Kreispolizei haben zum Beispiel über legale und illegale Drogen gesprochen.

Außerdem haben zwei ehemalige Alkoholiker der Suchtkrankenhilfe Herford über ihre Erfahrungen berichtet. Jutta Bleckmann schließlich hat mit ihren Baby-Puppen gezeigt, welch fatale Folgen Drogen- und Alkoholkonsum während einer Schwangerschaft haben können. Die Projektwoche endet am Freitag. "Dann werden wir uns mit allem beschäftigen, was unserem Körper gut tut", sagt Hubbuch-Loeber. Zum Beispiel wolle man gemeinsam kochen und ein Fitness-Studio besuchen.

Möglich wurde die Projektwoche zur Suchtprophylaxe auch durch eine Spende des Lions-Club Enger-Spenge. Der Verein hatte rund 2.000 Euro an die Gleichstellungsstelle der Stadt Enger gespendet, die mit dem Geld unter anderem das Projekt an der Heideschule förderte.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group