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Herford Update zu Fotofahndung: Vergewaltiger kontaktiert Opfer über Dating-Portale

Die Polizei bittet um Hinweise. Doch wie können sich Frauen und Mädchen vor den Übergriffen solcher Internet-Täter schützen? Eine Herforder Expertin gibt Tipps.

Jobst Lüdeking
11.03.2020 | Stand 11.03.2020, 20:00 Uhr
Dunkle kurze Haare, Dreitagebart: Die Herforder Polizei sucht per Phantombild nach diesem Unbekannten. - © LKA NRW
Dunkle kurze Haare, Dreitagebart: Die Herforder Polizei sucht per Phantombild nach diesem Unbekannten. | © LKA NRW

Herford. Dunkle kurze Haare, Dreitagebart: Die Herforder Polizei sucht per Phantombild nach einem noch unbekannten Vergewaltiger: Der Mann nahm über eine Dating-Plattform Kontakt zu seinem Opfer auf – einer Frau aus dem Kreis Herford.

Treffen in Bad Oeynhausen

Schließlich vereinbarten beide ein Treffen in einem Restaurant in Bad Oeynhausen an der Herforder Straße. „Hierbei stellte sich heraus, dass der unbekannte Tatverdächtige eine andere Person war, als sein Profilbild suggerierte", so die Polizei in Herford. Nach dem Treffen zeigte die Frau eine Vergewaltigungshandlung bei der Polizei an. Nach dem bisherigen Stand bedrohte der Unbekannte sein Opfer, sofern diese jemandem von der Vergewaltigung berichten sollte. Darüber hinaus verletzte er die Frau. Schließlich rang sich die Geschädigte aber doch zur Anzeige durch. Der Tatzeitraum liegt zwischen August und September 2019. Das Landeskriminalamt hat jetzt ein Phantombild des Mannes erstellt. Das Sexualstraftäter Datingplattformen nutzen, ist nicht ungewöhnlich.

14-Jährige nach Detmold gelockt

Bereits 2005 sorgte ein Fall aus dem Kreis Herford überregional für Bestürzung. Ein 14-jähriges Mädchen wurde über einen Internet-Chat Opfer eines Sexualstraftäters aus Detmold. Die Jugendliche hatte sich mit dem Täter zu einem Treffen verabredet. Der Mann wurde später verurteilt. Mittlerweile versuchen Datingplattformen, ihre Nutzerinnen zu schützen. So soll es Panik-Knöpfe für das Handy geben oder aber die Möglichkeit, seinen Chat-Partner über ein Online-Selfie in Echtzeit zu sehen.

Was eine Expertin rät

„Man kann leider nicht immer glauben, dass die Identität stimmt", sagt Ingrid Schneider von der Herforder Mädchen- und Frauenberatungsstelle Femina Vita. Wichtig sei es, nicht allein zu gehen, eine Freundin, einen Freund in der Nähe zu postieren oder gar mit zum Treffen zu nehmen und natürlich nicht bei dem Unbekannten mit in die Wohnung zu gehen oder ins Auto zu steigen. Weitere Infos gibt es im Internet unter www. feminavita.de.

Die Herforder Polizei bittet Zeugen, die den Mann erkannt zu haben glauben, sich unter Tel. (0 52 21) 88 80 zu melden.

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