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Zerkleinern: Bei der Aktion haben die Helfer die Holzteile nach dem Absagen noch zersägt um sie leichter stapeln zu können. - © Eric Pielsticker
Zerkleinern: Bei der Aktion haben die Helfer die Holzteile nach dem Absagen noch zersägt um sie leichter stapeln zu können. | © Eric Pielsticker

Enger Naturschützer helfen Engeraner Weiden, gesund zu bleiben

Freiwillige stapeln nach dem Scheiteln die abgesägten Äste, bauen in der Sielerheide in Enger Totholz-Hecken und hoffen, dass dort "neues Leben entsteht". Bäume müssen regelmäßig geschnitten werden.

Eric Pielsticker
01.12.2019 | Stand 01.12.2019, 18:05 Uhr

Enger. Mit Helmen, Kettensägen und Äxten ausgestattet machen sich Arbeiter am Samstagmorgen auf den Weg zum „Südholzsiek“ in der Sielerheide. Sie nahmen an der Kopfweidenaktion teil. Mitarbeiter der Biologischen Station und ehrenamtliche Helfer vom BUND, des Bundes für Umwelt Deutschland, Kreisgruppe Herford, stutzten zusammen mit Bundesfreiwilligen und Praktikanten im Freiwilligen Ökologischem Jahr 17 alte Kopfweiden. Die Naturschützer schnitten die Weidenäste im geschützten Landschaftsgebiet „Südholzsiek“ an den Ufern von zwei kleinen Nebenbächern des Südholzbaches zurück. Der Fachausdruck dafür lautet „schneiteln“. „Das Aufräumen nachher ist fast die meiste Arbeit. Deshalb ist diese Aktion auch so genial, weil einfach so viele mitmachen“, sagt Thomas Wehrenberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station, erfreut. Eine ganz alte Kulturform Kopfweiden sind eine ganz alte Kulturform und wachsen meist an Rändern von Wiesen oder Bächen. Die Wuchsform dieser Bäume ist allerdings recht instabil, weshalb sie häufig geschnitten werden müssen. „Man kann den Baum nicht dem Wuchs überlassen, ansonsten zerbricht er und das Biotop ist zerstört“, erklärt Wehrenberg. Früher war diese Pflege noch klar geregelt, da die Bäume jeden Winter ein Stück zurückgeschnitten wurden und auch Brennholz anfiel. Im Sommer nutzte man die Äste, um sie als frisches Grün an das Vieh zu verfüttern. Dadurch entwickelte sich eine besondere Wuchsform der Weide: kurz und stämmig mit einem dicken Kopf. Alle sieben Jahre wird gescheitelt „Diese besondere Form der Bäume mit den Höhlen und zersetztem Holz bieten viel Raum für unterschiedliche Arten“, erläutert Wehrenberg. Käfer, Schmetterlinge, Fledermäuse und viele weitere Tiere finden in den Bäumen Platz. Deswegen pflegen die Arbeiter diese Bäume regelmäßig im Rhythmus von sieben Jahren immer an einem Termin in dem Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar. „Es ist laut Naturschutzgesetz nur in diesem Zeitraum erlaubt, da zu dem Zeitpunkt keine Vögel brüten“, sagt Wehrenberg. Die abgeschnittenen Äste stapelten die Arbeiter in Totholz-Hecken, die sie schon am Tag zuvor aufgebaut hatten. „Die Idee ist, dass dort wieder Samen hineingelangen und dort wieder neues Leben entstehet“, erklärt Wehrenberg das Konzept. Der Rest werde später noch gehäckselt. Von 9.30 bis 13 Uhr waren die Arbeiter fleißig am Sägen, Sortieren und Aufräumen. Später gab es für sie Helfer eine warme Suppe zur Stärkung. Im nächsten Jahr steht Hilfe für Amphibien an Die nächste geplante Aktion wird im kommenden Jahr im Februar stattfinden. „Bei dieser Aktion wollen wir ein Amphibienschutzgewässer optimieren“, sagt Wehrenberg. Die wachsenden Sträucher seien zu hoch und das Gewässer sei zu beschattet. „Das Gehölz muss dort neu ausgerichtet werden“, blickt er auf kommende Aufgaben.

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