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Gerade abgeerntet: Julius (l.) und Karl-Heinz Install, Landwirte an der Dorfstraße in Besenkamp, möchten das Feld parzellenweise an Interessierte verpachten, die hier Blumen pflanzen und Gemüse säen und ernten wollen. - © Karin Wessler
Gerade abgeerntet: Julius (l.) und Karl-Heinz Install, Landwirte an der Dorfstraße in Besenkamp, möchten das Feld parzellenweise an Interessierte verpachten, die hier Blumen pflanzen und Gemüse säen und ernten wollen. | © Karin Wessler

Enger Neues Gartenprojekt in Enger startet

Karl-Heinz und sein Sohn Julius Install möchten einen Acker parzellenweise an Naturfreunde und Hobbygärtner verpachten und haben die Nachhaltigkeit immer im Blick.

Karin Wessler
14.08.2019 | Stand 15.08.2019, 17:27 Uhr

Enger-Besenkamp. Wenn es nach Karl-Heinz und Julius Install geht, dann grünt, blüht und gedeiht es im nächsten Jahr auf ihrem Acker an der Dorfstraße, direkt hinter dem Dorfkrug gelegen: Die Landwirte möchten das Feld parzellenweise an Naturfreunde und Hobbygärtner verpachten, die hier Blumen pflanzen und Gemüse ziehen können. "Es gibt immer mehr Menschen, die sich ihre Möhren, Kartoffeln, Bohnen oder Erbsen selber ziehen wollen, aber keine eigene Gartenfläche haben", sagen die beiden. "Für viele spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle." Größe der Fläche selbst bestimmen Die Gesamtfläche, die die Landwirte stückeweise verpachten wollen, hat eine Größe von gut einem halben Hektar. "Interessierte - Familien mit Kindern oder Rentner - können selbst wählen, wie groß die Fläche sein soll, die sie bewirtschaften möchten", erläutert Julius Install, der an der Uni gerade den Abschluss "Bachelor of Sience - Agrarwirtschaft" abgelegt hat. "Das ist eine Frage der Absprache. Die Pächter müssen die Arbeit ja auch bewältigen können." Grundsätzlich könne jeder, so die Idee, seine Parzelle so gestalten wie er möchte. "Es darf bunt werden", so Julius Install. "Nur Obstbäume sollten nicht gepflanzt werden." Das ganze Areal solle sich entwickeln. "Schön wäre es, wenn die Mischung der Pächter eine lustige Combo werden würde", ergänzt er schmunzelnd. Im nahen Schröttinghausen gebe es ein ähnliches Projekt, das gut angelaufen sei, weiß er. Doch einige Pächter seien dort bereits wieder abgesprungen. "Aber jeder Interessierte sollte sich darüber im Klaren sein: Ein solcher Garten macht Arbeit - das ist nichts für Träumer", betont Karl-Heinz Install. Gespannt sind die beiden auf die Resonanz. "Nachhaltigkeit ist gerade im Gartenbau wichtig, viele legen Wert auf ökologisch produzierte Lebensmittel. Hier können Menschen, die bewusst leben, ihre Ideen in die Tat umsetzen." Hilfestellungen von Familie Install seien dabei möglich. "Bienenschmaus" als Zwischenfrucht Derzeit ist der Acker gerade abgeerntet. In den nächsten Tagen wird das Areal noch einmal durchgearbeitet und eine Zwischenfrucht mit dem schönen Namen "Bienenschmaus" darauf ausgesät. "Die Zwischenfrucht kommt in diesem Jahr noch Insekten zugute und wird im Frühjahr dann als Dünger unter gepflügt. Wenn die Hobbygärtner dann in die neue Gartensaison starten wollen, können sie gleicht loslegen. Sie finden sie hier dann fertiges Nutzland vor", betont Julius Install. Ein Imker werde im Frühjahr dann Bienenvölker am Gartenrand aufstellen, damit die Gemüseblüten auch befruchtet werden und es reiche Ernte geben kann. Vater und Sohn haben an alles gedacht: Im neuen Jahr werden entlang des Areals auch mehrere Container, gefüllt mit Regenwasser, zum Bewässern des Gemüses und der Blumen aufgestellt. "Das Wasser kann dann von den Pächtern genutzt werden." Außerdem wird es einen Komposthaufen und ein Pixiklo geben. Ungenutzte Fläche soll es auf diesem Areal aber nicht geben. "Was nicht verpachtet wird, wird als insektenfreundliche Blühwiese eingesät", unterstreicht Julius Install. Interessenten können sich bei ihm melden unter Tel. 01 52 - 05 46 82 30. Dann gibt es auch Informationen zu den Kosten.

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