Max Wagner schraubt an der selbstentworfenen Fahrrad-Alarmanlage herum. - © Fabian Herbst
Max Wagner schraubt an der selbstentworfenen Fahrrad-Alarmanlage herum. | © Fabian Herbst

Enger Schüler mit großen Ideen

„Jugend forscht“: Im Vorfeld des Regionalwettbewerbs haben Schüler des Widukind-Gymnasiums ihre Projekte vorgestellt. Die Ergebnisse der Jungforscher reichen von innovativ bis erstaunlich

Eine Alarmsicherung am Fahrrad, Mikroplastik in Pflanzen oder Schmierstoffe in Handwaschpasten. Worüber sich Erwachsene wohl eher weniger Gedanken machen, haben sich Schüler des Widukind-Gymnasiums im Vorfeld des „Jugend-forscht-Wettbewerbs" intensiv mit beschäftigt.Ein besonders innovatives Projekt haben Max Wagner und Kilian Spilker auf die Beine gestellt. Die beiden Fünftklässler haben ein Alarmsystem zur Sicherung gegen Fahrraddiebstahl an ihrer Schule entwickelt. „Wir haben mitbekommen, dass an unserer Schule Fahrräder geklaut werden", sagt Max Wagner aus Jöllenbeck. „Dagegen wollten wir etwas tun", betont der Zehnjährige. Mithilfe einer 9-Volt-Batterie, Kabeln, LEDs und einer Sirene haben die beiden Tüftler einen eigenen Fahrradalarm gebaut – welcher kaum zu überhören ist. Greift ein potenzieller Fahrraddieb nach dem Lenker, betätigt er einen versteckten Alarmknopf und eine laute Sirene ertönt. Zusätzlich leuchten rote LEDs auf, um den Dieb abzuschrecken. Über Monate Untersuchungen durchgeführt Am „Jugend-forscht-Wettbewerb" nehmen auch Mia Maleen Brink und Mara Lepper teil. Die Mädchen aus Pödinghausen haben sich mehr als drei Monate mit einer ganz speziellen Frage beschäftigt: „Wir haben uns gefragt, was in einer Scheuerseife denn scheuert", sagt Mara. Die beiden Naturfreundinnen spielen gern im Freien. Beim anschließenden Waschen helfe meist nur starke Handwaschseife. So seien die beiden Klassenkameradinnen der 5b auf die Idee gekommen, die Waschpasten genauer zu untersuchen. Durch ein spezielles Filterverfahren konnten die Schülerinnen die einzelnen Inhaltsstoffe der Seifen feststellen. Mara und Mia fanden heraus, dass alle untersuchten Handwaschpasten Hartholz als Reibemittel enthielten. Aufgrund der umweltschädlichen Kunststoff-Verpackungen der Pasten, können die beiden allerdings keine der handelsüblichen Handwaschseifen gutheißen: „Wir empfehlen, ein normales Stück Seife zu verwenden." Zusätzlich bieten sich Holzspäne, die beim Sägen als Abfall anfallen, als Reibemittel an. Straßenerde mit Mikroplastik als Dünger verwendet Mauritz Castrup, Hannes Dreiling und Lucas Hahn haben indes ihre Forschungen auf den Bereich Nachhaltigkeit gelegt. Die drei Jungs untersuchten, ob Kresse auf Bioerde besser wächst als auf Straßenerde, die kleinste Teilchen von Kunststoff enthält. Dazu haben die Hobby-Biologen jeweils zwei Kresse-Proben in Straßenerde mit sogenannter Mikroplastik und zwei Proben in Bioerde gepflanzt und mit einer Energiesparlampe mit Wärme versorgt. Rund sieben Tage beobachteten die Fünftklässler das Experiment und werden ihre Ergebnisse am kommenden Samstag, 16. Februar, beim „Jugend-forscht-Regionalwettbewerb" in Herford vorstellen. Dort werden in der Kundenhalle der Sparkasse Herford, Auf der Freiheit 20, ab 14.30 Uhr rund 50 Schülerprojekte präsentiert. „Jugend forscht" zählt zu einer der bekanntesten Nachwuchswettbewerbe in Deutschlands. Ziel ist es, Jugendliche für Fächer wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Darüber hinaus dient es, Talente zu finden und zu fördern. Pro Jahr gibt es bundesweit mehr als 110 Wettbewerbe.

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