„Störstoffe“ im Bioabfall sind ein großes Problem für die Entsorger. Kompotec-Leiterin Ute Lepper-Wiebusch, hier in der großen Halle vor einem Berg Biomüll, moniert den viel zu hohen Anteil an Plastik, Metall und Glas. - © Karin Wessler
„Störstoffe“ im Bioabfall sind ein großes Problem für die Entsorger. Kompotec-Leiterin Ute Lepper-Wiebusch, hier in der großen Halle vor einem Berg Biomüll, moniert den viel zu hohen Anteil an Plastik, Metall und Glas. | © Karin Wessler

Enger/Spenge Plastik im Biomüll ein großes Problem

Sortierwille ist ausbaufähig: Falsch befüllte Tonnen sind für die Entsorger ein Ärgernis, behindern die optimale Kompostierung des organischen Abfalls und bereiten zusätzliche Kosten

Es ist ein großer Kreislauf: Organische Abfälle aus Küche und Garten gehören in die Biotonne. Dieser Biomüll wird wieder kompostiert und der Kompost im Garten und auf Äckern wieder ausgebracht. Oder aber in der Biogasanlage wird Strom aus dem Biomüll gewonnen. „Das funktioniert aber nur richtig, wenn die Abfälle auch ordentlich getrennt werden. Das ist beim Abfall aus den Biotonnen nach wie vor ein ziemlich großes Problem. Die Menschen werfen zu viel Plastik, Metall oder auch Glas mit hinein – lauter Sachen, die gar nicht in die Biotonne gehören. Das ist vielen wohl nicht klar," sagt Ute Lepper-Wiebusch, Leiterin der Kompostierungsanlagen Kompotec an der Dornbreede in Enger. Es sei wirklich ein großes Thema. „Man möchte doch auch seinen Kompost möglichst ohne Störstoffe", betont sie. „Der Sortierwille ist noch ausbaufähig." Hauptproblem wird offensichtlich Im September hatte es bei Kompotec einen Tag der offenen Tür gegeben. „Da wurde die Mülltrennung auch thematisiert." Zuviel Plastik gelange in die Umwelt. Bilder vom gewaltigen Plastikmüll-Teppich im Pazifischen Ozean seien erschreckend. Auch im Biomüll, der an der Dornbreede umgeschlagen wird, sind schon auf den ersten Blick viele gefüllte Plastiktüten erkennbar. Ute Lepper-Wiebusch: „Offenbar legen viele eine Plastiktüte in das Vorsortierungsgefäß in der Küche und werfen später alles in die Biotonne. Richtig wäre es, die Tüte in die Biotonne zu entleeren und die Tüte in den Restmüll zuwerfen", betont sie. „Das ist unser Hauptproblem, und das wird hier offensichtlich." Ein weiteres Problem seien überlagerte Lebensmittel. „Wenn etwa das Mindesthaltbarkeitsdatum an einem Gurkenglas abgelaufen ist, wäre es richtig, nur den Inhalt in die Biotonne zu geben und das Glas dann in einen Glascontainer zu werfen. Oft wird dieser Abfall aber komplett in die Biotonne geworfen", weiß sie. Das bringe ein hohes Maß an Verunreinigung. „Dabei ist es doch eine simple Sache." Es sei oft Unwissenheit oder Bequemlichkeit. Nicht selten würden die Tüten mit dem Bioabfall dann sogar noch zugeknotet. „Dann kann gar nichts mehr recycelt werden", macht sie deutlich. „Dann lieber gleich alles in die Restabfalltonne werfen." Leute kaufen Plastiktüten Es falle auf, dass die Anzahl von Plastikeinkaufstüten von bestimmten Lebensmitteldiscountern abgenommen habe. „Die muss man jetzt ja bezahlen und werden offenbar nicht mehr oft nachgefragt." Dafür habe mittlerweile aber die „normale" transparente Plastiktüte Einzug gefunden. „Aber auch die muss der Verbraucher ja bezahlen. Richtig wäre es, die Küchen- und Speiseabfälle in ganz normales Zeitungspapier oder in Küchenkrepp einzuwickeln. Das saugt eventuelle Flüssigkeit auf und ist kompostierbar." Auch die braunen Papiertüten für Bioabfall enthielten Plastik, so Lepper-Wiebusch. Ungenügende Sortierung des Abfalls sei allerdings ein bundesweiter Trend, weiß die Kompotec-Leiterin. Es sei wohl noch mehr Aufklärung erforderlich. In unterschiedlichen Kommunen würden auch Tonnen-Kontrollen durchgeführt. „Bei unzureichender Trennung bleibt die Tonne dort im Zweifelsfall stehen, oder der Nutzer hat Mehrkosten zu tragen." Plastiktüten nicht kompostierbar Erst jüngst sei eine ganze Wagenfuhre voll Plastiktüten organischen Abfällen bei Kompotec abgeladen worden. „Das sollte Biomüll sein, aber das war nicht kompostierbar. Wir mussten alles abholen lassen – auf Kosten der Allgemeinheit", betont sie. In die Biotonne gehören grundsätzlich die gleichen Anfälle, die auch im eigenen Garten selbst kompostiert werden können. „Die Biotonne ist somit eine Alternative zur Eigenkompostierung oder auch eine Ergänzung", erklärt Ute Lepper-Wiebusch.

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