Bild ohne Titel: Gerd Limberg, Künstler aus Hiddenhausen, zeigt ab Sonntag auf Einladung von Angela Franke, beim Gerberei-Verein zuständig für die Ausstellungen in der Galerie, eine Auswahl seiner Arbeiten. - © Karin Wessler
Bild ohne Titel: Gerd Limberg, Künstler aus Hiddenhausen, zeigt ab Sonntag auf Einladung von Angela Franke, beim Gerberei-Verein zuständig für die Ausstellungen in der Galerie, eine Auswahl seiner Arbeiten. | © Karin Wessler

Enger Bilder mit dem Spachtel komponiert

Galerie der Gerberei: Der Künstler Gerd Limberg aus Hiddenhausen zeigt Arbeiten unter dem Titel „Abstraktes im Konkreten“

Karin Wessler

Es war eine Ausstellung des niederländischen Altmeisters Vincent van Gogh, die den heimischen Künstler Gerd Limberg dazu brachte, sich überhaupt mit Malerei zu befassen. „Diese Ausstellung fand 1963 in den Niederlanden statt. Die Bilder haben mich damals angeregt, Aquarelle zu malen und mich auch während des Studiums mit Kunst zu befassen", blickt der Hiddenhausener zurück. Seither hat er viele Bilder gemalt, ab kommenden Sonntag ist eine Auswahl seiner aktuellen Werke in der Galerie des Gerbereimuseums zu sehen. „Abstraktes im Konkreten" lautet der Titel dieser Werksschau.  Morgens an der Staffelei Während er zu Beginn noch gegenständlich malte, ging Limberg nach seinem Lehramtsstudium zur abstrakten Malerei mit Ölfarben über. „Die Malerei habe ich in den 80er Jahren intensiviert. Damals war es meine Art, Ideen und Gedanken eine bildliche Form zu geben", sagt der 82-Jährige. Bei der Auswahl seiner Themen spielen eigene Naturerfahrungen, aber auch die globale Entwicklung eine große Rolle. Malen sei für ihn so etwas wie Therapie. Ab liebsten sitze er gleich morgens an seiner Staffelei. „Dann fällt ein schönes Licht aus dem Osten in mein Atelier", schwärmt Limberg. Oft arbeite er zu Klassikmusik („das ist bereichernd und entspannend") oder auch zu Musik des Komponisten Arvo Pärt aus Estland. „Das ist meditative Musik mit zumeist beruhigenden, aber anregenden Farbklängen", erläutert Limberg. Der Künstler stellt bereits zum zweiten Mal in der Galerie aus. Bereits im Jahr 2010 zeigte er in Enger die Arbeiten „Schwarz auf Weiß". 20 großformatige Bilder Bis zum 2. Dezember werden in der Gerberei knapp 20 großformatige Bilder zu sehen ein, fast ausschließlich arbeitet Gerd Limberg mit dem Spachtel. „Diese Arbeitsweise kommt meiner Idee, die ich auf Leinwand bringen möchte, am nächsten", betont der Künstler. Dabei experimentiert er mit Farben, Flächen, Linien und Strukturen, mit Kontrasten und Proportionen. Warme Farbtöne Bevor er ein Bild beginnt, fertige er zunächst eine Skizze an, berichtet Limberg. Gerne benutzt er warme Farben. „Die Skala der Erdfarben entspricht mir am meisten." So sind die meisten seiner Arbeiten in warmen Farbtönen gehalten. Im April und Mai hatte er eine Ausstellung in Hiddenhausen. „In Enger zeige ich nun aber fast ausschließlich andere Bilder als im Frühjahr." Bei der Eröffnung sorgt ein Querflötentrio mit Annalena Hansch, Lea Höing und Natascha Take von der Uni Osnabrück für den musikalischen Rahmen. Angela Franke, die beim Gerberei-Verein für die Ausstellungen in der Galerie zuständig ist, freut sich, mit Gerd Limberg einen „alten Bekannten" zu Gast zu haben. „Die Organisation läuft bereits seit 2016", berichtet sie. „Wir versuchen, bei der Auswahl der Künstler möglichst abwechslungsreich zu sein und viele unterschiedliche Stilrichtungen zu präsentieren."

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