Im Fokus: Zur Ringstraße hin gibt es am Sportplatz Enger-Mitte bisher keinen Ballfangzaun, sondern nur einen natürlichen Schutz durch hohe Bäume. - © Bohnenkamp-Schmidt
Im Fokus: Zur Ringstraße hin gibt es am Sportplatz Enger-Mitte bisher keinen Ballfangzaun, sondern nur einen natürlichen Schutz durch hohe Bäume. | © Bohnenkamp-Schmidt

Enger Sportplatz: Ballfangzaun entzweit die Politik

Debatte im Hauptausschuss: Befürworter verweisen auf haftungsrechtliche Gründe

Ekkehard Wind

Die Frage, ob ein Ballfangzaun auf dem Sportplatz Enger-Mitte entlang der Ringstraße notwendig ist oder nicht, entzweit die politischen Fraktionen. Unstrittig ist, dass der Platz einen neuen Kunstrasenbelag bekommt. Bei der ganzheitlichen Betrachtung des Platzes kam ein Planer zu dem Ergebnis, dass Ballfangzäune saniert, ausgetauscht und erweitert werden müssten, um den aktuell geltenden Richtlinien zu entsprechen. Der Vorschlag, für rund 100.000 Euro einen Ballfangzaun an der Seite zur Ringstraße zusätzlich zu errichten, sorgte schon in den ersten Beratungen für heftige Diskussionen. Ein zweiter Planer wurde beauftragt, der eine kostengünstigere Lösung vorschlug. „Überhaupt nicht notwendig" Berthold Dessin kann sich aber mit keiner Lösung anfreunden. „Denn ein Ballfangzaun an der Westseite ist überhaupt nicht notwendig", meinte der FDP-Fraktionsvorsitzende in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. „Wir haben dort hohe Bäume. Die Bälle werden von ihnen gebremst oder fliegen gar nicht hindurch." Andere Plätze in anderen Kommunen hätten an den Längsseiten auch keine Ballfangzäune. „Und in Pödinghausen müssten wir dann genauso handeln." Es gehe hier um 100.000 Euro. Das Abtragen des Walls und das Entfernen der Hecke und der Bäume, um den Zaun aufzustellen, wird die FDP nicht mitmachen", stellte er klar. „Eigentlich ist an dieser Stelle ein Ballfangzaun nicht notwendig", sagte auch Regina Schlüter-Ruff. Es sei nicht bekannt, dass irgendetwas dort passiert sei, was mit einem herüber fliegenden Ball in Verbindung gebracht werde. Hecken- und Baumschutz habe für ihre Partei Vorrang, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Im übrigen gebe es auch am Sportplatz in Dreyen keinen Ballfangzaun. Nach Angaben von Bürgermeister Thomas Meyer ist die betreffende Richtlinie, auf die sich der Planer beziehe, seit 2014 in Kraft – also nach dem Bau der Engeraner Kunstrasenplätze. „Wenn wir nun am Platz in Enger-Mitte etwas verändern, müssen wir die neue Richtlinie beachten", betonte der Bürgermeister. Aus haftungsrechtlichen Gründen sprach sich Jörg Pultermann (SPD) ganz klar für die Errichtung eines Ballfangzaunes aus. „Der Planer hat uns auf die Notwendigkeit hingewiesen. Das können wir nicht einfach ignorieren." Genauso sah dies Henning Singerhoff (CDU), der auch die haftungsrechtliche Frage thematisierte. „Für mich steht außer Frage, wie ich zu entscheiden habe . . ." Letztlich wurde die Entscheidung bis zur Ratssitzung vertagt.

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