Klangvolle Stimmen: Die "Barberpapas" André Biermann (v.l.), Jan Liermann, Fabian Strotmann und Lucas Blitzer präsentierten in der Kirche Westerenger den Barbershop-Stil und sangen vierstimmige A-capella-Songs.
Foto: Stefanie Boss - © Stefanie Boss
Klangvolle Stimmen: Die "Barberpapas" André Biermann (v.l.), Jan Liermann, Fabian Strotmann und Lucas Blitzer präsentierten in der Kirche Westerenger den Barbershop-Stil und sangen vierstimmige A-capella-Songs.
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Enger Barberpapas sorgen für gute Laune

In der Kirche Westerenger: Gesangs-Ensemble gibt ein eindrucksvolles Konzert / Sitzplätze in dem Gotteshaus reichen nicht aus

Ihren ersten, eher inoffiziellen, Auftritt hatten die „Barberpapas" in der Kirche in Westerenger, damals noch vor etwa 20 Zuhörern. Als die vierköpfige Gruppe am Samstag für ein Konzert der ganz besonderen Art zurückkehrte, platzte das Gotteshaus fast aus allen Nähten. Jede Bank war voll besetzt und es mussten noch zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Mit donnerndem Applaus begrüßten die Fans die Musiker. Verbindung zu Enger „Ich trage lieber ein paar Stühle heran, als vor leeren Reihen zu stehen", meinte Presbyter Gerhard Weber, der die Konzertbesucher im Namen der Kirchengemeinde begrüßte. Moderator Thomas Weigel übernahm es anschließend, die vier Sänger der A-capella-Gruppe anzukündigen und vorzustellen. Denn ihre Verbindung zu Westerenger hat einen Hintergrund: Einer von ihnen, André Biermann, ist ein echter Engeraner und wohnt noch im Ortsteil im Westen. Wartezeit singend überbrücken Mit den übrigen „Barberpapas" Jan Liermann, Fabian Strotmann und Lucas Bitzer präsentierte er Lieder der Stilrichtung „Barbershop". „Die ist vor etwas mehr als 100 Jahren in Amerika, tatsächlich in einem Barbershop entstanden", erklärte Lucas Bitzer. „Die Männer damals haben während der Wartezeit nicht Zeitung gelesen und hatten auch noch kein Handy, also haben sie gesungen." Barbershop sei eine spezielle Art der A-capella-Musik, traditionell von vier Männern gesungen, es gebe aber auch schon Frauen- oder gemischte Gruppen. Barbershop zeichne sich dadurch aus, dass alle Stimmen Text singen würden, keine rhythmischen Laute, so Lucas Bitzer, der mit einer anderen Formation bereits Europameister geworden ist. Denn es gibt auch Barbershop-Wettbewerbe und -Meisterschaften.  "Ein Turm aus Harmonien" Ebenfalls charakteristisch seien, die „close Harmony", die eng gesetzten Akkorde, und die Obertonlastigkeit der Musik, erläuterte Lucas Bitzer. „Mir persönlich gefällt daran, dass die vier Stimmen zu einer verschmelzen. Sonst hat man bei A-capella-Musik nicht so eine Klangfülle." „Es hört sich an, als ob ein Turm von Harmonien aufgebaut wird", fand Moderator Thomas Weigel einen passenden Vergleich. Mal heiter, mal traurig Die Texte seien traditionell auf Englisch, jedoch hatten die „Barberpapas" nicht nur reine Barbershop-Stücke im Programm, sondern ein gemischtes Repertoire. „Die Lieder sind mal heiter, mal traurig, mal schnell, mal langsam, mal englisch, mal deutsch", so Fabian Strotmann. So sangen sie etwa „Can’t buy me love" von den Beatles, „Tonight" aus der West Side Story, das bekannte Stück „Hello Mary Lou" und sogar geistliche Lieder. Das Publikum war begeistert und belohnte jedes einzelne Stück mit lang anhaltendem Applaus. „Diese Musik macht einfach gute Laune", fand eine Zuhörerin, „und ich finde es faszinierend, was Menschen nur mit ihrer Stimme anstellen können. Einfach beeindruckend."

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