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Das Tafel-Team: In Enger hat die Tafel im Café Solero immer mittwochs ab 13.30 Uhr geöffnet. Hier bereiten die örtlichen, ehrenamtliche Helfer, die Fahrer der Transportautos und die Tafel-Vorsitzende Barbara Beckmann (6. von rechts) die Ausgabe der Lebensmittel an die Kunden vor. - © Foto: Karin Wessler
Das Tafel-Team: In Enger hat die Tafel im Café Solero immer mittwochs ab 13.30 Uhr geöffnet. Hier bereiten die örtlichen, ehrenamtliche Helfer, die Fahrer der Transportautos und die Tafel-Vorsitzende Barbara Beckmann (6. von rechts) die Ausgabe der Lebensmittel an die Kunden vor. | © Foto: Karin Wessler

Enger Tafel in Enger unterstützt seit fünf Jahren Bedürftige

Der Bedarf ist nach wie vor da, viele Bedürftige kaufen für einen symbolischen Betrag ein

Karin Wessler
28.10.2017 | Stand 27.10.2017, 16:19 Uhr

Geburtstag feiert die Tafel: Seit zehn Jahren werden in Spenge gespendete Lebensmittel an Bedürftige weiter gegeben, und seit fünf Jahren in Enger. Barbara Beckmann, Vorsitzende des Tafel-Vereins, hat in den vielen Jahren des Bestehens festgestellt: „Der Bedarf ist weiter hin da – auch in Enger und Spenge. Nach unseren Erfahrungen sind ja nur etwa zehn Prozent aller Bedürftigen, die sich bei der Tafel mit Lebensmitteln eindecken." Die Tafel hat es sich zur Aufgabe gemacht, qualitativ einwandfreie, überschüssige Lebensmittel an bedürftige Menschen weiter zu geben. „In Deutschland landen viel zu viele Lebensmittel im Müll", moniert Beckmann. Dagegen will die Tafel etwas tun: Sie sammelt überschüssige Lebensmittel im Handel und bei Herstellern ein und verteilt sie an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen – gegen einen symbolischen Betrag.  "Waren uns nicht sicher, ob das klappt" „Als wir vor zehn Jahren den Tafel-Laden an der Engerstraße in Spenge gründeten, waren wir uns nicht sicher, ob das klappen würde", erinnert sich Barbara Beckmann noch gut. „Wir befürchteten, dass die Menschen sich scheuen könnten, hier einzukaufen. Manchmal wird ja viel geredet", weiß sie. Aber die Befürchtungen traten nicht ein. „Im Gegenteil, es kamen immer mehr Kunden. Auch die Engeraner kamen zunächst hierher, um einzukaufen." Etliche kamen besonders früh, um hier Bekannte zu treffen und um sich zu unterhalten. „Draußen vor der Eingangstür", erinnert sich auch Maria Stuke, die schon von Beginn an ehrenamtlich mitarbeitet. „Für manche war das die einzige Kommunikation. Viele sind recht einsam."  "So konnten wir Miete sparen" „Irgendwann ging das nicht mehr und wir haben uns nach anderen Räumlichkeiten umgesehen", berichtet Barbara Beckmann. „Da hat uns die Diakonische Einrichtung Wittekindshof die kostenlose Nutzung des Café Solero an der Bielefelder Straße 19 angeboten. Und in Spenge konnten wir einen Raum im DRK-Haus an der Immanuel-Kant-Straße gegen kleines Geld für die Lebensmittelausgabe nutzen. So konnten wir die Miete für den vorherigen Laden sparen." Zu dieser Zeit hatte der Tafel-Verein auch in Herford neue, größere Räume am Benter Weg gefunden. „Seither werden alle Lebensmittel dort gesammelt und sortiert, ehe sie von hier aus kurz vor Beginn der Ladenöffnungszeiten an die Ausgabestellen nach Enger, Spenge und auch an die Ausgabestelle in Hiddenhausen-Schweicheln transportiert werden", berichtet Beckmann. „Und das ist eine gute Lösung", das habe sich gezeigt. Jeweils Mittwochnachmittags haben die Tafel-Läden in Enger und Spenge geöffnet. „Dann kommen immer jeweils 40 bis 45 Kunden, die für sich und ihre Kinder – insgesamt rund 55 Mädchen und Jungen – einkaufen", sagt Maria Stuke. Im Schnitt sind es sechs bis sieben Ehrenamtliche, die hinter der Ladentheke stehen und das Gemüse, den Salat, Konserven, Kaffee und Brot weiter geben.  Reichlich Lebensmittel Im Schnitt werden immer reichlich Lebensmittel zum Weitergeben gespendet. „Es hängt auch mit der Jahreszeit zusammen. Im Spätsommer und Herbst kommt viel Obst und Gemüse der Saison", berichtet Beckmann. „Auch wenn es in diesem Jahr nicht so viel war wie anderen Jahren, weil einfach die Obsternte sehr schlecht war." Das Team bemühe sich stets, die Lebensmittel gleichmäßig an alle Kunden zu verteilen, die pro Erwachsenem zwei Euro und pro Kind 50 Cent zahlen müssen. „Und die Taschen sind immer voll. Wir wollen ja auch alles an unsere Klienten weiter geben." Manchmal werden Lebensmittel, für die sich kein Käufer fand, an den Hausherrn Wittekindshof weiter gegeben – es soll schließlich nichts weggeworfen werden.

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