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Michael Hellwig vom Rumpelstilzchen-Literaturprojekt und die Künstlerin Eva Volkhardt zeigen einen Auszug der ausgestellten Arbeiten. - © Mareike Patock
Michael Hellwig vom Rumpelstilzchen-Literaturprojekt und die Künstlerin Eva Volkhardt zeigen einen Auszug der ausgestellten Arbeiten. | © Mareike Patock

Enger Neue Ausstellung in der Engeraner Gerberei

Der Kunst ins Gesicht geblickt: Alexander Kapitanowski zeigt Porträts, Eva Volkhardt Skulpturen. Dazu hat das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt passende Texte entworfen

Mareike Patock
28.02.2017 | Stand 28.02.2017, 17:32 Uhr

Enger. Augen, Frisuren, Gesichtszüge – in den Porträts von Alexander Kapitanowski ist all das nur schemenhaft angedeutet. Dennoch sind seine Zeichnungen ausdrucksstark. Der Engeraner Künstler zeigt in seinen Bildern die Gesichter von Menschen aus der Antike. Aus dem alten Ägypten zum Beispiel, aber auch aus dem Römischen Reich oder dem Alten Testament. Knapp 30 seiner Werke sind von Sonntag, 5. März, an in der Galerie des Engeraner Gerbereimuseums zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung „Meine Brüder suche ich“ durch neun Skulpturen von Eva Volkhardt und Texte des Rumpelstilzchen-Literaturprojekts. Es ist das zweite Mal, dass es eine Ausstellung in dieser Konstellation gibt. Als Grundlage für viele seiner Bilder hat Alexander Kapitanowski Mumienporträts genommen. Im alten Ägypten seien die Gesichter Verstorbener ab einer gewissen Zeit auf Holztafeln gezeichnet worden, erklärt Michael Hellwig vom Rumpelstilzchen-Literaturprojekt. Diese Abbildungen seien dann zu der Mumie gelegt worden. Aus den Zeichnungen hat Alexander Kapitanowski Bilder gemacht. Passende Texte dazu hat das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt, das sich aus Schülern und Ehemaligen des Widukind-Gymnasiums zusammensetzt, entworfen. Bei der Ausstellungseröffnung am kommenden Sonntag um 11.30 Uhr werde es auch eine Kurzlesung geben, kündigt Hellwig an. Eigene Texte würden Mitglieder des Literaturprojekts außerdem am Welttag der Poesie am 21. März ab 19.30 Uhr in der Galerie des Gerbereimuseums vorstellen. Das Thema Köpfe und Porträts greift auch Eva Volkhardt in ihren Skulpturen auf. Sie hat Gesichter aus Sandstein herausgearbeitet. Die Konterfeis realer Menschen will die Künstlerin aus Steinhagen in ihren Arbeiten allerdings bewusst nicht darstellen. Ihr geht es vielmehr darum, die Stimmung und den Ausdruck eines Menschen wiederzugeben. Eines ihrer in Stein gemeißelten Gesichter hat zum Beispiel eine lange Narbe, die sich über die ganze Wange zieht. Für die Künstlerin ein bewusster Bruch. „Der zeigt auch etwas von der Verletzlichkeit des Menschen.“ Die Ausstellung „Meine Brüder suche ich“ ist bis zum 30. April im Engeraner Gerbereimuseum (Hasenpatt 4) zu sehen. Geöffnet ist die Galerie der Gerberei samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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