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Tatiana Schuster zeigte in der Kirche zu Westerenger ihr Können und überzeugte auf der ganzen Linie. - © Privat
Tatiana Schuster zeigte in der Kirche zu Westerenger ihr Können und überzeugte auf der ganzen Linie. | © Privat

Enger Klavierabend: Tatiana Schuster begeistert in Westerenger mit Glanz und Eleganz

Hochklassiges: Beeindruckendes Konzert in der Kirche

07.06.2016 | Stand 07.06.2016, 15:22 Uhr

Enger-Westerenger (nw). Gerade war das abendliche Glockengeläut verhallt, präsentierte die Pianistin Tatiana Schuster aus Enger einen Solo-Klavierabend, in dem die unterschiedlichen Facetten der Romantik einmal voller Kraft und dann doch auch wieder wie in Pastellfarben sanft gemalt zum Klingen kamen. Sie begeisterte das Publikum in der evangelischen Kirche Westerenger mit romantischer Musik. Das hatten die Zuhörer dann doch so gar nicht erwartet, wie die späteren Reaktionen bewiesen. Dirigent Peter Gunde aus Spenge, selbst professioneller Musiker, sieht für die junge Künstlerin eine erfolgreiche Perspektive. Er wünschte ihr dafür mehr Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und traut ihr auch eine weit größere Bühne für ihr musikalische Zukunft zu. Von einem anderen Gast war ebenfalls zu hören, wie angenehm überrascht sie war und zugleich erstaunt darüber, wie ein solches „Juwel so lange versteckt geblieben“ sein konnte. Bravouröse Virtuosität und psychologische Individualität der Charaktere aus Verdis Oper „Rigoletto“ bezeichneten die von Tatiana Schuster im ersten Teil vorgetragene Paraphrase in der Bearbeitung für Klavier von Franz Liszt. In der Spannbreite von weichen übersinnlichen Klängen bis hin zur gewaltigen erschütternden Kulmination der Schlussszene „Isoldes Liebestod“ aus der Oper „Tristan und Isolde“ von Wagner-Liszt gelang es der Pianistin eindrucksvoll, das symphonische Klangvermögen eines Flügels darzustellen. Die Interpretationen der Ballade Nr. 1 op. 23 sowie Andante spianato / Grande Polonaise brillante op. 22 von Frédéric Chopin vereinigten himmlische Schönheit und ein Schweben in den Wolken mit Leidenschaft und Sehnsucht, kämpferische Stärke und höchste Dramatik in sich. Der zweite Teil des Klavierabends war gekennzeichnet von berühmten Themen von Tschajkowskijs Ballett „Schwanensee“ und des „Nussknacker“. Der heute lebende Komponist Alexander Rosenblatt interpretierte die Schwanenseethemen in unerwarteten Harmonien und Rhythmen des Jazz. Diese stilistische Verwandlung eröffnete Tatiana Schuster die Chance, dem Konzert neben der klassischen Prägung auch etwas „Augenzwinkern“ und andere Freiheit zu geben. Auch die interessierten Kinder im Publikum freuten sich anschließend über die Ohrwürmer aus der Nussknacker-Suite, die Michail Pletnev für das Klavier übersetzt hat. Das war eine bunte Mischung, in der sich märchenhafte Geschichten mit romantischen Begegnungen und temperamentvollen Volkstänzen abwechselten. Die weltbekannten Melodien versetzten alle Zuschauer vom kleinsten – der Jüngste war 5 Jahre – bis zum konzerterfahrenen Zuhörer in Begeisterung.

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