Kevin Schmitz und Angelina Gideon genießen den Sonnenuntergang am Osterfeuer in Enger. - © Stefanie Boss
Kevin Schmitz und Angelina Gideon genießen den Sonnenuntergang am Osterfeuer in Enger. | © Stefanie Boss

Enger/Spenge Osterfeuer: Stockbrot und Gespräche, Kuscheln und einfach nur Zuschauen

Ein alter Osterbrauch spricht Jung und Alt an. Neuer Standort für das Engeraner Feuer

Kai-Sören Kerkhoff
Viktoria Schmeding

Alexandra Wilke

Stefanie Boss

Enger/Spenge. Groß und Klein, Alt und Jung kamen auch an diesem Osterfest an den Feuer der Region zusammen. Hier eine Übersicht: In Bardüttingdorf brauchte es am Samstagabend einige Zeit, ehe aus Qualm ein loderndes Feuer wurde. Binnen weniger Sekunden waren dank der Kombination aus Wind und Rauchschwaden alle Besucher mit der passenden Duftnote des geselligen Zusammenkommen versehen. „Hier kann man bestens beobachten, wie sich so ein Feuer entwickelt", scherzte Löschgruppenführer Jan Torsten Volmar. Bereits um neun Uhr morgens hatte die Löschgruppe damit begonnen, das Osterfeuer aufzubauen. „Das Beschaffen des Holzes verbinden wir immer mit unserer Ausbildung für die Motorsäge", erläuterte Volmar. Für die kleinen Besucher loderte ein zweites Feuer, das zum Stockbrotbacken einlud. Für das Osterfeuer in Oldinghausen arbeiteten der Schützenverein und die Löschgruppe Oldinghausen-Pödinghausen in bewährter Tradition Hand in Hand. Die Schützenfreunde sammelten das Holz, die Feuerwehr zündete den beachtlich großen Berg mit einer Höhe von zwei Metern am Samstagabend an und behielt das Funkenspiel im Blick. Neben der feurigen Kulisse lockten Bier, Bratwurst, Popcorn, Zuckerwatte und das Stockbrotbacken für die jüngsten Osterfeuer-Fans nach Oldinghausen. „Hier trifft man immer sehr viele nette Leute und es ist eine tolle Einstimmung auf die Feiertage", erläuterte die Pressesprecherin des Schützenvereins, Ann-Katrin Westers. Das Osterfeuer des Löschzugs Enger-Mitte ist das größte in der Widukindstadt und lockt jedes Jahr mehrere hundert Menschen an. Erstmals fand es jetzt an einem anderen Ort statt. „Die Wiese am Gartenhallenbad gehört der Firma Ritter und wurde uns nicht mehr zur Verfügung gestellt", informierte Löschzugführer Arndt Höpker. „Der Schützenplatz ist eine gute Alternative." Von vielen Leuten habe er gehört, dass der neue Platz sogar besser sei. „Er ist nicht direkt an der Straße und wegen unser langjährigen Freundschaft mit der Schützengesellschaft von 1889 Enger dürfen wir auch die sanitären Anlagen nutzen." In Belke-Steinbeck wird das Osterfeuer schon seit Jahrzehnten auf dem Hof Lange entzündet. „Bauer Wolf-Rüdiger Lange ist der Ausrichter, wir unterstützen ihn, indem wir die Brandwache halten", sagte Michael Berg, Löschgruppenführer der Löschgruppe Enger-Nord. Das Osterfeuer sei eine gute Gelegenheit, den Nachwuchs zu fördern und auch neue Leute für die Arbeit der Feuerwehr zu interessieren. „Denn wir können jeden gebrauchen, der bei uns mitmachen will, Kinder und Erwachsene." Festlicher Auftakt in Lenzinghausen: Mit 20 lodernden Fackeln ausgestattet zogen Mitglieder der örtlichen Jugendfeuerwehr sowie Pastor Ulrich Gressog und die stellvertretende Bürgermeisterin Annegret Beckmann zum Osterfeuer. Mit vereinten Kräften entfachten sie den großen Holzhaufen. Zahlreiche Besucher verfolgten das traditionsreiche Spektakel am Freibad. „Das Osterfeuer ist in diesem Jahr unheimlich gut besucht", sagte die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Annegret Richter. Zum 34. Mal richtet der Verein die Feierlichkeit aus. Dabei hat das alkoholische Getränk „Heiße Oma" Tradition. Richter: „Das Rezept ist aber streng geheim." Das Besondere beim Osterfeuer in Wallenbrück: die gemütliche, familiäre Atmosphäre. Rund 80 Gäste genossen das nach eigenen Angaben kleinste Feuer im Kreis Herford; seit zehn Jahren organisiert von der örtlichen Löschgruppe am Feuerwehrgerätehaus. „Glühwein gibt es heute auch – quasi den ersten des Jahres", sagte Pressewartin Melanie Scheer schmunzelnd. Aber auch an die jüngsten Besucher hatten die Blauröcke gedacht: 36 bunte Ostereier hatten sie auf dem Gelände versteckt. Und die Kinder fanden sie alle. Den großen Spürsinn belohnte Gruppenführer Christian Noske mit einem süßen Ostergeschenk. „Wir dachten uns, etwas Warmes für den Magen kann nicht schaden", sagte Hartmut Lange aus Krefeld in Hücker-Aschen und stieß mit seinen Begleitern mit heißem Glühwein auf ein gemütliches Osterfeuer an. Bereits seit zehn Jahren richten der Heimatverein und die Löschgruppe, dieses Jahr mit 13 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, gemeinsam den Osterbrauch aus. Traditionell mit einer kleinen Osterüberraschung für die Kinder, Getränken und Bratwurst und Pommes genossen die über 200 Gäste das 2,5 Meter hohe Osterfeuer. „Wir sind neu hierhin gezogen und finden es wichtig, im Dorf zusammenzukommen. Es gefällt uns sehr gut hier", erklärte Stefan List.

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