In Westerenger: Mit Ende des Schuljahres wird die Heideschule geschlossen. Die Förderschule wird von den Städten Enger und Spenge gemeinsam getragen. - © Mareike Patock
In Westerenger: Mit Ende des Schuljahres wird die Heideschule geschlossen. Die Förderschule wird von den Städten Enger und Spenge gemeinsam getragen. | © Mareike Patock

Enger/Spenge Perspektiven für die Heideschüler

Förderschule in Westerenger läuft im Sommer aus

Mareike Patock

Enger/Spenge. Für die Heideschule in Westerenger kommt im Sommer das Aus: Mit Ende des Schuljahres wird die Förderschule geschlossen. Wie es danach für die Heideschüler weitergeht, was aus den Lehrern wird und wie das Gebäude künftig genutzt werden soll - die NW hat nachgefragt. "Zurzeit haben wir noch 50 Schüler", sagt der Leiter der Heideschule, Jochen Schuy. 12 von ihnen würden im Sommer ihren Abschluss machen und die Schule dann ohnehin verlassen. "Aber 38 Kinder aus den Klassen zwei bis neun müssen anderswo eine schulische Bleibe finden." Die meisten dieser 38 Jugendlichen würden künftig an der Förderschule in Bünde unterrichtet: "Auf Wunsch der Eltern sind 30 unserer Kinder an der Pestalozzi-Schule angemeldet worden." Dass der Übergang von Westerenger nach Bünde problemlos funktionieren wird, da ist Annette Mühlenmeier, Leiterin der Pestalozzi-Schule, zuversichtlich. "Wir können auf Erfahrungswerte zurückgreifen", sagt sie. Denn schon einmal - mit Beginn des Schuljahres 2013/14 - habe die Pestalozzi-Schule rund 20 Kinder einer geschlossenen Förderschule aufgenommen. "Und das ging ganz reibungslos - nach drei Tagen hatte sich alles eingespielt." Damals hatte die Albert-Schweitzer-Schule in Kirchlengern den Betrieb einstellen müssen. Auch Jochen Schuy ist optimistisch, dass der Übergang gelingen wird: "In den unteren Klassen haben wir nur noch sehr wenige Kinder - die können gut in den laufenden Betrieb in Bünde integriert werden." Zwar wolle man schon im Vorfeld schauen, wer mit wem in eine Klasse komme, sagt Mühlenmeier. "Aber einen reinen Enger-Block werden wir nicht machen." Die Bünder Schulleiterin dürfte nach den Sommerferien übrigens so einige Jugendliche wiedertreffen, die sie noch von früher kennt - denn neun Jahre lang war sie Konrektorin an der Heideschule in Westerenger. Mit Beginn des Schuljahres 2011/12 ist sie dann nach Bünde gewechselt. Sie weiß auch, dass ein Schulwechsel für so manches Kind mit Unsicherheiten verbunden ist. "Darum wollen wir schon im Vorfeld Ängste abbauen." Vor den Osterferien solle es darum für die Kinder der Heideschule einen Projekttag in Bünde geben. "Da kann man sich dann gegenseitig kennenlernen." Während 30 der 38 Heideschüler bald in Bünde die Schulbank drücken, sollen die übrigen acht nach dem Wunsch der Eltern an einer Regelschule unterrichtet werden, sagt Jochen Schuy. "Es gibt Anfragen für die Gesamtschulen in Spenge und Bünde." Seit dem Schuljahr 2014/15 werden an der Spenger Gesamtschule Kinder mit und ohne Förderbedarf zusammen unterrichtet. "Gemeinsames Lernen" nennt sich das Konzept. Für das nächste Schuljahr habe das Schulamt fünf Kinder mit Förderbedarf für die Klasse Fünf angekündigt, sagt Leiter Hartmut Duffert. "Das ist vergleichbar mit den Aufnahmen der letzten beiden Jahre." Auch für die acht Lehrer, die noch an der Heideschule unterrichten, wird sich nach den Sommerferien einiges ändern. Wo sie künftig arbeiten, darüber werde die Bezirksregierung Detmold als zuständige Behörde entscheiden, sagt Schuy. Entweder würden sie in Zukunft an einer anderen Förderschule oder im "Gemeinsamen Lernen" der Sekundarstufe I an einer Regelschule unterrichten. Bereits jetzt seien nicht mehr alle in Vollzeit an der Heideschule beschäftigt. "Zum Teil sind sie schon ins Gemeinsame Lernen abgeordnet."

realisiert durch evolver group