Gut gelaunt: Für den tatkräftigen Einsatz bat Sebastian von der Jugendfeuerwehr Enger-Mitte bei den Haushalten um eine kleine Spende. Nils Tolksdorf (l.) und Robin Scheffer hielten ihm dabei den Rücken frei. FOTO: KAI-SÖREN KERKHOFF - © Kai-Sören Kerkhoff
Gut gelaunt: Für den tatkräftigen Einsatz bat Sebastian von der Jugendfeuerwehr Enger-Mitte bei den Haushalten um eine kleine Spende. Nils Tolksdorf (l.) und Robin Scheffer hielten ihm dabei den Rücken frei. FOTO: KAI-SÖREN KERKHOFF | © Kai-Sören Kerkhoff

Enger/Spenge Tannenbaum-Sammlung: Viele Helfer packen mit an

Aktionen in den Ortsteilen von Enger und Spenge / Geldspenden für guten Zweck

Die Schachspieler aus Hücker-Aschen sind nicht bloß Experten am Brett. Auch beim Weihnachtsbaum-Sammlung greifen sie auf einen breiten Erfahrungsschatz zurück: „Unser Verein wurde 1984 gegründet. Und nur ein bis zwei Jahre später haben wir angefangen, für die Entsorgung der Tannenbäume im Dorf zu sorgen", berichtet Hermann Dieckmann. Und auch in diesem Jahr ziehen die Denksportler wieder mit Landwirt Klaus Fischer-Riepe und seinem Traktorgespann durch den Ort, um das alte Tannengrün einzuholen. Zwischendurch stärken sie sich bei einer deftigen Erbsensuppe im ehemaligen Gasthof „Zur Mühle". Die eingesammelten Spendengelder kämen der Schachjugend zu Gute, sagt Alwin Engelbrecht von der Gemeinschaft. Zum mittlerweile 36. Mal ist die evangelische Jugend Spenge bei der Tannenbaumaktion dabei. In allen Spenger Ortsteilen – außer Hücker-Aschen – sammelt die Kirchenjugend die alten Christbäume ein. Elf Traktorgespanne füllen sie dabei mit Tannengrün. „Wir freuen uns auf die Aktion. Bei dem schönen Wetter macht das auch gleich viel mehr Spaß", sagt Jugendreferent Michael Schotte und blickt zum strahlend blauen Himmel. Bei der Aktion bitten die Helfer um Spendengelder. Zwei Drittel davon seien für die Kirchenjugend bestimmt. Der Rest komme der Initiative „Pro-Asyl" zu Gute. Schotte: „Wir landen immer so zwischen 4.000 und 5.000 Euro." In Enger-Mitte sammelt die örtliche Jugendfeuerwehr die ausgedienten Christbäume ein. Es ist ihr erster Dienst im neuen Jahr. Mit tatkräftiger Hilfe der Großen ziehen die jungen Blauröcke von Haus zu Haus. Das Tannengrün laden sie auf einen der fünf Traktor-Anhänger – gegen eine kleine Spende: „Das Geld, das wir bei der Aktion einsammeln, geht an unsere Jugend. Es ist für sämtliche Aktionen bestimmt, die in diesem Jahr laufen", sagt der stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwart Robin Scheffer. So stünden etwa Ausflüge sowie ein Zeltlager an. Insgesamt sind 35 Feuerwehrleute zu der Sammelaktion ausgerückt. In Oldinghausen und Pödinghausen rücken die Mitglieder von Schützenverein und Feuerwehr aus, um die entschmückten Tannenbäume einzusammeln. Nach einem gemeinsamen Frühstück im Gerätehaus an der Sundernstraße starteten rund 30 Aktive vom Schützenverein Oldinghausen und von der Löschgruppe Oldinghausen/Pödinghausen mit drei Treckern plus Anhänger zu ihrer Rundtour durch die beiden Ortsteile. „Die Trecker haben uns die heimischen Landwirte Ebmeyer, Lüninghöner und Kleimann zur Verfügung gestellt. Dafür ein herzliches Dankeschön", betont Löschgruppenführer Maik-Oliver Häusler. Am Nachmittag richten weitere örtliche Vereine im und am Gemeindezentrum in der Martinstraße mit Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Glühwein wie immer ein gemütliches Zusammensein für alle Bewohner der beiden Ortsteile aus. „Das ist hier immer die erste gesellige Veranstaltung im neuen Jahr", erklärt Häusler. „Hier an der Hauptstraße ist das Einsammeln gefährlich", sagt Holger Westphal, der mit einem Team der Löschgruppe Westerenger an der Spenger Straße unterwegs war. „Vor einigen Jahren ist mal eine Frau mit ihrem Auto in den Wagen mit den Tannenbäumen gefahren. So etwas soll sich nicht wiederholen. Und damit auch unseren Leuten nichts passiert, sind wir mit Warnwesten und -blinkern ausgerüstet." Das Geld, das die insgesamt rund 40 Feuerwehrleute einsammelten, soll an die Grundschule und den Kindergarten Westerenger sowie an das Johannes-Falk-Haus in Lippinghausen gehen. Die meisten Menschen befestigen einen Umschlag am Baum oder steckten an der Haustür Geld in die Sammeldose, berichtet Tobias Garczarek vom Löschzug Westerenger. „Leider kommt es auch mal vor, dass uns jemand einfach nicht öffnet. Aber dafür spenden dann andere wieder eine etwas höhere Summe." In Dreyen ist ebenfalls die Feuerwehr unterwegs, um die ausgedienten Tannen einzusammeln. „Bereits zum 27. Mal machen wir das jetzt", so Löschzugführer Peter Lüninghöner. 25 seiner Männer fahren mit drei Wagen durch den Ort, einer davon auch nach Siele. Die gesammelten Spenden sollen in Dreyen bleiben: Sie gehen an die AWO-Kindertagesstätte neben dem Feuerwehrgerätehaus. In Belke-Steinbeck und Besenkamp wird die Tannenbauaktion wie schon seit vielen Jahren von der Elternschaft der Grundschule organisiert. Zahlreiche Mütter und Väter sind mit ihren Kindern auf drei großen Anhängern unterwegs. Einen der dazugehörigen Trecker steuert Landwirt Wolf-Rüdiger Lange. „Ich mache das jetzt schon seit über 35 Jahren", sagte er stolz. „Damals waren meine Kinder in der Grundschule, bald sind es meine Enkel." Das gesammelte Geld wird hier dem Förderverein der Grundschule zugute kommen. „Unser Schulgarten wurde im letzten Jahr geplant, jetzt sind wir bei der Umsetzung", sagt Schulleiter Christian Absi, der ebenfalls auf einem Wagen unterwegs war. Einige Sachen seien bereits angepflanzt, nun sollen die ersten Hochbeete folgen. „Außerdem soll ein grünes Klassenzimmer entstehen."

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