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An der Brunnenallee gehört der Radstreifen nicht zur Fahrbahn, Autofahrer können hier weiter auf der Fahrbahn parken, wie der rechte Wagen. Anders ist die Situation an Straßen mit unterbrochenen Linien für den Radstreifen. FOTO: GERALD DUNKEL
An der Brunnenallee gehört der Radstreifen nicht zur Fahrbahn, Autofahrer können hier weiter auf der Fahrbahn parken, wie der rechte Wagen. Anders ist die Situation an Straßen mit unterbrochenen Linien für den Radstreifen. FOTO: GERALD DUNKEL

Bünde Parkverbot auf Fahrradstreifen

Neuregelung für Autofahrer / Thomas Schuh: "Der Streifen gehört nicht zur Fahrbahn"

VON DIETER SCHNASE
01.07.2013 | Stand 01.07.2013, 09:39 Uhr

Bünde/Kirchlengern. Radfahrer sind im Straßenverkehr häufig gefährlichen Situationen ausgesetzt. Grund genug, eigene Radwege für sie zu bauen - oder auch Radstreifen entlang stark befahrener Straßen anzulegen. Je nachdem, ob die Linie durchgezogen ist oder unterbrochen wird, gelten nach der Straßenverkehrsordnung andere Regelungen für Autofahrer. Noch nicht ganz verinnerlicht ist offenbar eine ab 1. April geltende Änderung der Straßenverkehrsordnung.

Die Stadt Bünde hat solche Streifen an mehreren Straßen ausgewiesen. Wie Thomas Schuh vom Bereich Verkehrsplanung bestätigte, bleibe bei einer durchgezogenen Linie alles beim Alten. "Der Streifen gehört nicht zur Fahrbahn." Autofahrer können hier weiter auf der Fahrbahn parken, sofern es keine ausdrücklichen Verbote gibt. Radstreifen wie diese sind in Bünde unter anderem an der Brunnenallee und der Borries- straße zwischen Kreisel und Gerhart-Hauptmann-Straße angelegt worden.

Information
Gib Radfahrern 1,50 m! steht auf neuen Hinweistafeln an Straßen in der Stadt Bielefeld, die Autofahrer nicht nur bewundern, sondern auch befolgen sollen. Die Schilder sind zwar als auffordernde Bitte gemeint, die Straßenverkehrsordnung und richterliche Sprüche aber geben längst klar vor, dass der Abstand des überholenden Autos nicht geringer sein darf. Vier der großformatigen Schilder hat die Stadt aufgestellt, zwei weitere will der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) aufstellen. Das Besondere: Die Schilder werden immer wieder woanders aufgestellt – die ersten stehen nun entlang der Bodelschwinghstraße, es soll die Herforder Straße folgen. Dreimal jährlich wird gewechselt. So sollen die Schilder möglichst viele Autofahrer darüber informieren, dass jeder Radfahrer auf der Straße mit 1,50 Metern umfahren werden muss. Hat der Radler ein Kind dabei oder geht es bergauf, sind es sogar zwei Meter. Fünf Unfälle gab es im letzten Jahr in Bielefeld, bei denen der Seitenabstand eine Rolle spielte, bei zweien war der Radler alkoholisiert        (kurt)

Im Gegensatz zu Fahrradstreifen mit einer unterbrochenen Linie dürfen die Autofahrer sie nach Worten von Thomas Schuh nicht überfahren. Bei der gestrichelten Linie sei das je nach Verkehrslage dagegen möglich. "Es darf jetzt aber nicht mehr am Rand dieses Streifens geparkt werden. Kurzes Halten bleibt erlaubt", so der Verkehrsexperte.

Am Straßenrand, also auf dem Streifen, habe hier auch schon vorher nicht gehalten werden dürfen. Einen Anlass, deshalb Parkverbotsschilder aufzustellen, sieht er nicht. "Die Straßenverkehrsordnung sollte jeder Autofahrer kennen." Ein Streifen mit unterbrochener Linie befindet sich an der Borriesstraße im Abschnitt Gerhart-Hauptmann-Straße/ Holz-hauser Straße.

Mit den Radstreifen hat die Stadt Bünde gute Erfahrungen gemacht. Deshalb erhalte auch die Kurt-Schumacher-Straße, die nächste Woche wieder geöffnet werden soll, einen Streifen mit gestrichelter Linie.

Im Gegensatz zu Bünde wurde der Fahrradstreifen mit gestrichelter Linie an der Gemeindestraße Im Obrock in Kirchlengern bereits vor einiger Zeit entfernt. "In dem Gebiet gibt es einige Wohngebäude und Gewerbebetriebe. Der Druck ist groß. Das Parkverbot haben wir dort nicht durchgehalten", erklärte Karl-Heinz Saße, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Technische Dienste. Autos dürfen am Straßenrand geparkt werden. Leider habe man hier den Fahrradfahrern nicht entgegenkommen können. Durch die Öffnung der interkommunalen Entlastungsstraße sei die Straße Im Obrock aber nicht mehr so stark belastet wie früher.

An Straßen mit und ohne markierten Streifen gilt, dass Autofahrer beim Überholen von Radlern einen Sicherheitsabstand von 1,50 Meter einhalten müssen. "Da kommt man regelmäßig in den Gegenverkehr", weiß Thomas Schuh - vor allem, wenn es sich um schmalere Straßen handele. Deshalb müsse man hinter dem Fahrradfahrer bleiben, bis die Gegenfahrbahn frei sei. Auch auf Straßen in Bünde werde nicht selten dieser Abstand verringert.

"Viele Ältere fahren deshalb schon auf dem Gehweg." Das sei aber nur Kindern bis zehn Jahren erlaubt. Hier appelliert Thomas Schuh an die Autofahrer, die Abstände einzuhalten. Die Stadt Bielefeld stellt hierzu sogar Schilder an einigen Straßen auf.

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