Bünde Mysteriöser Anruf der "Müllpolizei"

LESERTELEFON: Frau aus Spradow verunsichert

Bünde (ged). Der Anruf habe etwas Bedrohliches gehabt, so die Frau, die sich am NW-Lesertelefon meldete. "In Ihrer gelben Tonne befindet sich Müll, der eigentlich in die graue Tonne gehört", hat der Anrufer gesagt. "Als ich dann von ihm wissen wollte, für welche Firma oder Behörde er arbeitet, hat er nur noch mal seinen Namen genannt", so die Leserin, die misstrauisch wurde, da es hier in Bünde lediglich gelbe Säcke, aber keine gelbe Tonne gibt.

Die Tochter der Leserin hat daraufhin im Internet einige Beiträge aus dem Raum Osnabrück gefunden. Dort seien diese Anrufe in betrügerischer Absicht vorgenommen worden. Die Angerufenen seien dort aufgefordert worden, eine "Abfallberatungsstelle" anzurufen, um einer Strafe zu entgehen.

Der Anschluss dieser vermeintlichen Beratungsstelle entpuppte sich dann als sehr teure kostenpflichtige Rufnummer. Zu hören war aber lediglich eine Bandansage - die Gebühr wurde allerdings über die nächste Telefonabrechnung abgebucht.

Bernd Schneider von den Kommunalbetrieben Bünde erklärt, dass Mitarbeiter der Stadt sicher niemals den Inhalt von Mülltonnen kontrollieren würden. "Und wenn es dafür doch einmal einen Anlass geben würde, dann würden wir uns in einem Telefonat ordentlich melden und bei einem Besuch vor Ort ausweisen", so Schneider, der dahinter eher einen Scherzanruf vermutet, den man auf einer Internetseite sozusagen "buchen" kann.

Dort gibt man die Telefonnummer einer Person an, die dann von einem Computer in vorgefertigten Formulierungen angerufen wird, die zum Teil allerdings so geschickt zusammengeschnitten sind, und auch auf Äußerungen des Angerufenen reagieren können, dass sie fast so klingen, als wäre am anderen Ende der Leitung eine echte Person.

"Wir hatten aber schon einige Anfragen von Bürgern hierzu und mussten immer wieder sagen: Wir waren das nicht", erklärt Bernd Schneider.

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