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Bünde Bünde bekommt eine neue Moschee

Türkisch-Islamischer Kulturverein stellt Konzept für das geplante Kultur- und Sozialzentrum vor

VON KARL-HENDRIK TITTEL
22.03.2013 | Stand 20.03.2013, 19:46 Uhr
Serdar Okay (Vorstand), Bürgermeister Wolfgang Koch, Necmettin Kayali (Geschäftsführer), Klaus-Werner Oberbremer (Bauunternehmen), Mustafa Keles ( Vorsitzender), Carolin und Frank Lauhoff (Architekten; v. l.) an der Amtshausstraße. - © FOTO: TITTEL
Serdar Okay (Vorstand), Bürgermeister Wolfgang Koch, Necmettin Kayali (Geschäftsführer), Klaus-Werner Oberbremer (Bauunternehmen), Mustafa Keles ( Vorsitzender), Carolin und Frank Lauhoff (Architekten; v. l.) an der Amtshausstraße. | © FOTO: TITTEL

Bünde. Lichtdurchflutet, einladend, multifunktional und das zweite Minarett im Kreis Herford: Der Türkisch-Islamische Kulturverein baut ein neues Kultur- und Sozialzentrum mit Moschee. Das bisherige vom Kulturverein benutzte Gebäudeensemble an der Amtshausstraße wird abgerissen. Es entsteht ein Neubau an gleicher Stelle. Gut zwei Millionen Euro soll das gesamte Vorhaben kosten, das gestern erstmals der Presse vorgestellt wurde.

Bereits am Dienstag hatte es eine interfraktionelle Gesprächsrunde im Rathaus gegeben. "Das Projekt ist von allen Fraktionen ohne Widerspruch zur Kenntnis genommen worden", sagt Bürgermeister Wolfgang Koch, der in dem geplanten Neubau unter anderem die Chance der städtebauliche Aufwertung in diesem Gebiet sieht. "Hier ist in den vergangene Jahren viel Positives geschehen, der Neubau wäre ein weiterer Schritt für diesen Teil Enniglohs."

Seit 1987 hat der Türkisch-Islamische Kulturverein Bünde an der Amtshausstraße seine Heimat. "Wir fühlen uns hier sehr wohl, die nachbarschaftlichen Beziehungen sind gut, ebenso wie die Verkehrsanbindungen", sagt Vorstandsmitglied Necmettin Kayali. Dementsprechend sei man froh, am gewohnten Standort bleiben zu können. "Wir freuen uns auf einen repräsentativen und zeitgemäßen Neubau."

"Das vorhandene Gebäudeensemble ist teilweise marode, die Raumaufteilung unpraktisch, die Energiekosten sehr hoch", erklärt Architekt Frank Lauhoff, warum sich eine Sanierung nicht rechnen würde, im Gegensatz zum Neubau. Und der wird durch seine markante Außenwirkung das Stadtteilbild gehörig verändern. Das dreigeschossige Gebäude orientiert sich an der Höhe der umliegenden Bebauung. Auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern sind Versammlungs-, Schulungs- und Seminarräume geplant, dieser Sozial- und Kulturbereich verläuft parallel zur Amtshausstraße. "Viele türkische Kinder haben Probleme in der Schule, daher wollen wir den Bereich Bildung fördern, beispielsweise durch gezielte Nachhilfe", so Kayali.

Der Baukörper der Moschee (300 Quadratmeter) dreht sich aus der Straßenflucht und weist mit seiner Giebelwand in Richtung Mekka. "Die puristische Kubusform wird durch einen aufgesetzten Lichtkranz betont und schafft einen lichtdurchfluteten Innenraum", so Lauhoff.

Die Kuppel entwickelt sich aus tragenden Pfeilerpaaren, das 16,8 Meter hohe Minarett – die traditionellen Gebetsrufe werden hier nicht abgehalten – befindet sich in der Mitte des Gebäudes und ist oberhalb des Daches als Lichtobjekt konzipiert, das "einer Kerze gleich in den Stadtraum strahlt", erklärt Lauhoff. "Wir wollten ganz bewusst kein osmanisch aussehendes Objekt, sondern etwas Modernes, das zu Bünde passt; dieses Jahr wollen wir mit dem Bau noch starten", so Kayali und sagt, dass ein Raum angemietet wird, in dem während der Zeit des Umbaus gebetet werden kann. Die Planer hoffen, dass in etwa zwei Monaten der Bauantrag gestellt werden kann. "Ich gehe davon aus, dass das Projekt prinzipiell genehmigungsfähig ist", so Koch. Klaus-Werner Oberbremer vom gleichnamigen Bauunternehmen schätzt die gesamte Bauzeit auf ungefähr 18 Monate.

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