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Cornelia Streuter (v. l.), Rabea Hüsemann, Birgit Bockel, Antje Reuse und Pia Tellbüscher treffen sich einmal im Monat freitags zum Rommé spielen. Sie genießen, dass sie vom Alltag abschalten und eine Auszeit nehmen können. - © FOTO: KARL-HENDRIK TITTEL
Cornelia Streuter (v. l.), Rabea Hüsemann, Birgit Bockel, Antje Reuse und Pia Tellbüscher treffen sich einmal im Monat freitags zum Rommé spielen. Sie genießen, dass sie vom Alltag abschalten und eine Auszeit nehmen können. | © FOTO: KARL-HENDRIK TITTEL

Bünde "Wir lachen vor allem zusammen"

NEUE SERIE: BESTE FREUNDE (1) Die fünf "dROMMÉdare" aus Rödinghausen

VON ANNE WEBLER
26.01.2013

Bünde/Rödinghausen. Angefangen haben die fünf Frauen vor drei Jahren mit einer Krabbelgruppe. Als die Kinder größer wurden und in den Kindergarten gingen, waren die Mütter Freundinnen geworden. Seit zwei Jahren treffen sie sich einmal im Monat freitags zum Rommé spielen. Bei Sekt und Knabberzeugs sitzen sie bis nachts um zwei, erzählen und lachen. Das Karten spielen ist dabei Nebensache. Den Frauen geht es vor allem ums Abschalten vom Alltag.

Wenn sich die fünf treffen, passen ihre Männer auf die Kinder auf. Die fünf, das sind Cornelia Streuter (31), Pia Tellbüscher (35), Birgit Bockel (43), Antje Reuse (34) und Rabea Hüsemann (33). Zusammen haben sie elf Kinder im Alter von 3 bis 9 Jahren. Angefangen haben sie als Mütter, die Kontakt suchten. Natürlich hätten sie Freunde gehabt, sagt Cornelia Streuter. Aber wenn man Kinder bekomme, gingen die Interessen manchmal auseinander. "Als Hausfrau und Mutter ist man so mit dem Kind beschäftigt, dass man sich selbst verliert." Die Krabbelgruppe war für die Frauen schnell mehr als ein gemeinsames Kaffeetrinken. Sie redeten nicht nur über die Kinder, sondern auch über alles mögliche andere. "Es ist Balsam für die Seele, wenn man weiß, man ist nicht allein."

Als die Kinder in den Kindergarten kamen, überlegten die Frauen, wie sie es schaffen könnten, sich weiter regelmäßig zu treffen. Antje schlug Romméabende vor. "Ich kannte das von meiner Mutter, die hatte früher auch schon einen Romméclub. Die hatten viel Spaß." Antje erklärte den anderen die Spielregeln. Rommé sei gut, weil man sich nebenbei unterhalten könne. "Wir reden über alles, was uns bewegt", sagt Cornelia. Die Kinder, was im Dorf los ist, über Probleme. Vor allem lachen sie zusammen. Am Anfang hätten sie 16 Runden pro Abend gespielt. Beim letzten Mal sei es nur noch eine Runde gewesen. "Der Redeanteil hat sich erhöht", sagt Cornelia und grinst.

Der Romméabend bietet ihnen eine Auszeit von zu Hause. "Er bedeutet Freiheit, Spaß, einfach nur quatschen und sich erholen", sagt Antje. "Wir machen uns gegenseitig keinen Stress", sagt Cornelia: Wenn es im Wohnzimmer eher nach einer Explosion eines Spielwarengeschäftes aussehe, störe es keine. "Bei uns zählt einfach nur der Mensch", sagt Cornelia. Nicht die Geldbörse, das Gewicht, das Alter oder der berufliche Erfolg.

Wenn eine im Jogginganzug käme, wär’ das auch o.k., sagt Rabea. "Wir mögen uns alle so, wie wir sind, das ist schön." Das sei vielleicht das Geheimrezept ihrer Freundschaft, sagt Cornelia: "Wir lassen jede so, wie sie ist." Sie hätten eine weibliche Männerfreundschaft, findet sie, "einfach unkompliziert". Pflichten hätten sie schließlich schon genug. "Wir verbringen die Kür des Lebens miteinander." Silvester und die Geburtstage feiern die Männer mit, die verstünden sich zum Glück auch sehr gut.

Inzwischen nennen sich die fünf Frauen "die dROMMÉdare". Entstanden ist der Name, als Cornelias Tochter Danita (6) sich einmal verhörte: "Die Rommédamen kommen heute Abend", sagte die Mutter zur Tochter. "Die Dromedare?", fragte Danita. Seitdem heißen sie so. Cornelia hat ein T-Shirt bedruckt: Den Schriftzug "dROMMÉdare", fünf Dromedare und Spielkarten hat sie gemalt und auf den Stoff gebügelt. Jede soll eines bekommen.

"Ich möchte meine Mädels nicht missen", schrieb Cornelia an die NW. "Jede einzelne ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich bin sehr dankbar für diese tolle Freundschaft!"

Information

Freundschaften gesucht

"Beste Freunde" heißt die neue Serie der NW.

In ihr stellen wir Freundschaften vor.

Das können zwei Menschen sein, die sich schon seit der Kindheit kennen, eine Gruppe oder ein Ehepaar.

Es haben sich schon einige Freunde bei der NW gemeldet, darüber freuen wir uns sehr. Sie werden alle vorgestellt.

In der nächsten Folge stellen wir die Mädels vom Reiterhof "Alter Junges little Ranch" in Südlengern vor. Sie können sich aufeinander verlassen.

Wer der NW von seiner Freundschaft erzählen möchte, kann sich melden unter Tel. (05223) 924 55 oder per E-Mail an anne.webler@nw.de

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